Wochenrückblick 25/17

Eine volle Woche lag an, schreiberisch hat es da mal wieder weniger gegeben als angedacht. Nachdem ich in den letzten Monaten so viel Thriller und Krimis gelesen habe, überlege ich nun wieder ernsthafter, mich selbst an dem Genre zu versuchen. Tatsächlich liegen sogar gleich drei Manusskriptanfänge aus dieser Richtung bei mir rum. Vielversprechend scheint mir aber keines so wirklich, vor allem da zwei davon sich verdächtig schnell – zumindest von der Idee her – aus dem Thrillerbereich verabschieden und andere einschlagen. Muss ich mir noch mal überlegen.

Mal wieder ein neues Brettspiel ausprobiert: Praetor. Setting ist das alte Rom, die Spieler spielen um die Gunst des Kaisers. Die kann man dadurch erlangen, dass man zum Bau einer Stadt am meisten beiträgt – sozusagen. Im Grunde gibt es dann konkret mehrere Wege, Gunstpunkte zu sammeln. Ist ein rein strategisches Spiel, bei dem die eigene Strategie nur zu gern von den Mitspielern durchkreuzt wird. Nach einer Runde zum Eingewöhnen hat man das Prinzip gut verstanden, es ist ein komplexes, aber nicht zu komplexes Spiel, das vor allem für Leute, die mehr strategische Spiele mögen, gedacht ist.

Wenn wir schon beim Thriller sind. Auch den Nachfolgeroman zu Daemon habe ich nun durch: Darknet von Daniel Suarez. Positiv kann man anmerken, dass die Fortsetzung qualitativ nicht gegenüber dem ersten Teil abfällt. Allerdings sind beide Romane zusammen die Geschichte, da der erste mehr oder minder mittendrin abbricht. Auch hier im Nachfolger sind noch nicht alle Fäden aufgegriffen, aber die Story scheint abgeschlossen zu sein. Probleme, wie schon der erste Roman, hat auch dieser, und zwar durchaus einige. Zwar ist er unterhaltsam – was schon einiges Wert ist -, aber es laufen einmal mehr zu viele Personen rum (nicht so schlim wie zuvor) und es gibt einige Logikprobleme. Worüber ich noch ein bisschen am Grübeln bin, ist die Aussage des Romans: Wenn man das doch ein wenig ernst neben würde, wird hier eine gut klingende Kritik mit zweifelhafter Moral transportiert. Ach ja: Darknet ist SF-lastiger als Daemon, im Kern steht aber noch immer so eine Art Thriller, hier ist nun mehr unterschieden zwischen den Hauptfiguren (heißt: es gibt welche).

Es wurde wieder Zeit fürs Kino: Wonder Woman. Ist er so gut, wie viele Kritiker und Reviewer ihn hypen? Nein. Ist er der beste Film im DCEU bisher? Ja, mit weitem Abstand. Der Film ist leidlich unterhaltsam, Gadot und Pine dürften das beste „Filmpaar“ in einer Comicverfilmung seit langer Zeit sein, der Film wirkt halbwegs durchdacht, ist gut inszeniert, die Actionsequenzen sind verdammt gut (außer der Endkampf). Einige Schwächen lassen sich aber nun mal auch nicht wegdiskutieren, beispielweise sind einige Dialogen und der Anfangs- und Endmonolog richtig schlecht (ehrlich, wer redet so? Und wer sagt so ein Quatsch?), die Bösewichter sind eher mau, der Endkampf ist einfach … viel zu drüber. Bei dem Kram rund um griechische Mythologie und realer Historie muss man natürlich beide Augen zudrücken – es ist halt eine Comicadaption. Ist ein unterhaltsamer und sehr guckbarer Film geworden unterm Strich. Und ganz ehrlich: Wer braucht Superman und Co, wenn Wonder Woman am Start ist.

Serientechnisch gab es nur eine weitere Folge Blindspot. Weiterhin unterhaltsame Kost für nebenbei, nicht mehr, nicht weniger. Diesmal gab es ein bisschen mehr vom Hauptbösewicht und es gibt ein paar kleine Ungereimtheiten die Hauptstory betreffend, aber man muss hier sicherlich auch nicht so pingelig sein.

Das war es dann schon.

Wochenrückblick 24/17

Ich hasse heißes Wetter. Ist einfach nicht meins. Überraschenderweise habe ich in dieser Woche zumindest ein bisschen mehr als erwartet geschafft. Nur nicht ganz so, was das Schreiberische anbelangt (zumindest das nicht rein berufliche, da ging’s). Soll ich was erzählen? Ähmm, nein, lieber nächstes Mal. Dafür ein paar andere Dinge.

Killshot von Elmore Leonard hab ich nun durch, fehlte ja auch nicht mehr viel. Es endet mehr oder minder dann so, wie ich es so ein bisschen erwartet habe – was in dem Fall aber durchaus in Ordnung geht. Ein irgendwie trockener, teils skurril anmutender Thriller der alten Schule. So würde ich es mal ein wenig zusammenfassen. Könnte ich mir auch gut als etwas schrägen und schroffen Film vorstellen – und da sehe ich gerade, den gibt es verfilmt, sogar mit gutem Cast, allerdings mäßigen Kritiken. Hm.

Ein weiterer Roman ausgelesen: Daemon von Daniel Suarez. Ein Thriller, der viel mit High-Tech (SF, da sie teilweise so nicht oder noch nicht existiert) zu tun hat. Er ist nicht schlecht, aber ihm fehlt so ein bisschen das wirklich Packende. Zum einen wird die Story nicht aufgelöst – macht an sich erstmal nichts, aber wenn es so auf eine Fortsetzung abzielt, ist das schon nervig. Und es läuft viel zu viel Personal durch diesen Roman. Einige Figuren haben nur sehr kleine Auftritte und mir erschließt sich nicht, warum der Autor so eine chaotische Figurenkonstalltion genommen hat. Und wenn man tiefer hineingeht, ergibt die Story auch nicht immer Sinn. Klingt ein wenig härter als es sein muss, denn der Roman enthält auch eine ganze Reihe unterhaltsamer und spannender Momente. Geschmacksfrage ist vielleicht auch die überraschend harte Brutalität und der hohe Bodycount für einen Tech-Thriller. Da ich zwei Fortsetzungen hier noch stehen habe, werde ich wohl weiterlesen.

Mal wieder ein neues Brettspiel ausprobiert: Terraforming Mars. Wir haben also ein SF-Setting im Spiel. Jeder Spieler steuert einen Konzern, die Hauptaufgabe ist für jeden Konzern, das Terraforming auf dem Mars voranzutreiben. Und wer das am besten und umfangreichsten macht, der gewinnt. Dafür gibt es drei globale Ziele, die erreicht werden müssen. Das Spiel ist ein Strategiespiel, bei dem jeder Spieler verschiedene Aktionsmöglichkeiten hat. Variation kommt über Karten in das Spiel, die jeder Spieler ziehen und kaufen und in der Folge ausspielen kann. Es ist relativ komplex, sodass man durchaus mal eine Runde braucht, um alles auf den Schirm zu haben. Das Spiel hat auch daran gedacht und stellt für die Einstiegsrunde Einstiegskonzerne zur Verfügung – später kann man dann auf spezielle Konzerne mit individuellen Stärken zurückgreifen. Sehr unterhaltsam, man entwickelt permanent seine Strategien weiter, und durchaus auch fordernd.

Ursprünglich dachte ich, dass ich Nikita bereits mal gesehen hätte – aber ich erinnere mich nur noch vage an das US-Remake Codename: Nina und nicht an Luc Bessons Originalfilm. Damit fällt Nikita wohl in die Kategorie nachgeholt. Wenn ich mich recht entsinne, funktioniert der Originalfilm doch eine Ecke anders als das Remake, obwohl die Handlung ziemlich identisch ist. Wie auch immer: Nikita bietet einige interessante Aspekte, ist aber insgesamt kein wirklich prickelnder Film. Der Einstieg ist eine seltsame Schießerei, die ziemlich überzeichnet ist, danach beruhigt sich der Film dann und als aus Nikita das geworden ist, was aus ihr werden sollte, ist der Kontrast zwischen ihrem normalen Leben und ihren Aufträgen interessant. Allerdings muss man leider auch sagen, dass man einen solchen Film heute sicher nicht mehr zu sehen bekommt – er ist auch im positiven Sinne ein Ergebnis des 90er Actionkinos, in dem auch ein paar europäische Produktionen Ungewöhnliches geleistet haben. Und da der Film auch ein wesentlicher Wegbereiter für Léon – Der Profi war, darf man ihm das sicherlich auch zugute halten.

Einen weiteren Film nachgeholt: The Fountain. Ein sehr visueller, storyseitig relativ komplexer Film über drei Ebenen. Mehr oder minder. Eigentlich ist es natürlich eine Story, die dann ineinander übergeht. Ich muss gestehen, dass mich The Fountain nicht wahnsinnig beeindruckt hat. Die religiöse Symbolik ist teilweise eher lahm und der Hauptcharakter ist einfach ein Arschloch, dem ich nichts abgewinnen kann. Da hab ich eigentlich mehr erwartet. Sicher kein schlechter Film, aber ich fand ihn zu einem guten Teil wenig interessant.

Rutschen wir mal wieder in Richtung Trash ab: Cabin Fever. Eigentlich ist es kein Trash, sondern ein Standard-Horror-Film inklusive Hütte in den Wäldern, junge Leute, die dort feiern wollen, und in diesem Falle von fleischfressenden Bakterien oder sowas infiziert werden. Hört sich wie Standardkost an und ist Standardkost. Teilweise ein bisschen eklig (Eli Roth hat es ja auch verbrochen), aber durchgängig unsinnig. Mal gucken, wann ich mir den zweiten Teil reinziehen werde.

Blindspot war mit zwei recht ordentlichen Folgen am Start, wobei wieder ein wenig künstlich an der Drama-Schraube gedreht wurde. Was mir mal wieder aufgefallen ist: Nicht jeder der Schauspieler kriegt den ernsten Gesichtsausdruck immer hin. Für alle außer Jaimie Alexander bedeutet das ein festes Zusammenpressen der Lippen – bei dem ein oder anderen sieht das echt lustig aus. Und wo mir das jetzt aufgefallen ist, kann ich das gar nicht mehr ungesehen machen. Na ja.

Nun, dann mal doch an die Sonne. Und grillen. Grillen!

Die Halbbrüder meutern auf Titan

Diesmal habe ich wohl noch die Chance, eine Ankündigung rauszuposaunen. Der Verlag für moderne Phantastik gibt jedes Jahr eine Collection of Science Fiction Stories mit originär deutschsprachigen Geschichten heraus. In diesem Jahr habe ich die Ehre, mit einer Geschichte in dieser Anthologie vertreten zu sein – mit einer ganzen Reihe bekannter Autorenkollegen.

Halbbruder in Weiß – so der Titel meiner Story – erscheint in der Anthologie Meuterei auf Titan, herausgegeben von Peggy Weber-Gehrke im Verlag für moderne Phantastik. Infos gibt es zum Beispiel hier, auf Amazon ist die Anthologie als Ebook bereits vorbestellbar. Meine Story spielt in einem Near-Future-Szenario, ganz ohne Titan und Außerirdische mit großen … Wummen (eigentliche schade, ich geb’s zu, vielleicht nächstes Mal). 😉

Neben dem Ebook wird es auch eine Print-Version geben. Geplanter Erscheinungstermin ist der 01. August (Ebook) bzw. 10. September (Print).

Mehr dazu dann zu gegebener Zeit.

Mona im Zwielicht

Da hatte ich die Ankündigung einer baldigen Veröffentlichung schon fertig und dann ist die Anthologie schon da. Ich muss schneller werden mit dem Schreiben (das gilt offenbar ganz allgemein).

Die Zwielicht-Reihe ist sicherlich eine der Anlaufpunkte in Sachen deutschsprachige Horror-Geschichten. Aktuell erschienen ist Zwielicht X, herausgegeben von Michael Schmidt. Mit dabei ist auch eine Horrorstory von mir: Mona. Eine besondere Freude und Ehre, ausgerechnet zum 10. Jubiläum zum ersten Mal bei Zwielicht mit dabei sein zu dürfen.

Ein kleiner Schnipsel aus Mona:

„Du bist voller Blut.“ Mona öffnete den Kühlschrank und inspizierte den Inhalt. „Mach dich frisch. Der Abend ist fast rum, du hast es bald geschafft.“

So ist sie, die Mona. Ob der Protagonist so viel besser ist? Und wessen Blut ist das überhaupt?

Michael Schmidt berichtet regelmäßig über Zwielicht und vieles mehr auf seinem Blog. Genaueres zu Zwielicht X (oder Zwielicht 10) ist beispielsweise hier zu finden. Zwielicht 10 ist als Taschenbuch bei CreateSpace erschienen. Zu bekommen bei Amazon.

Daten:

Zwielicht X

herausgegeben von Michael Schmidt

CreateSpace, Juni 2017

ISBN: 978-1547151219

ca. 300 S., EUR 11,90 (Print)

Graue Gestalten erneuern das Zellengummi

Da es schneller ging, als ich dachte, gibt es nun die jüngste Veröffentlichung nachgetragen. Mit besonderer Freude kann ich die Veröffentlichung meiner Story Graue Gestalten im aktuellen Band der Phantatischen Miniaturen, eine Reihe der Phantastischen Bibliothek Wetzlar, verkünden. Band 22 trägt den Titel Wir müssen das Gummi in der Zelle erneuern und hat einen ganz besonderen Twist mitgebracht: Die erste Geschichte beginnt mit dem Titel des Bandes, jede nachfolgende Geschichte musste zum Einstieg den letzten Satz der vorhergehenden Geschichte als ersten Satz verwenden. Die letzte Story im Band musste schließlich auch noch als letzten Satz wieder den ersten Satz der ersten Geschichte – den Titel des Bandes – nutzen. Eine besondere Herausforderung, auch an den Herausgeber Thomas Le Blanc, der noch mehr als sonst uns Autoren hier disziplinieren musste.

Ein spannendes Experiment, das nun erfolgreich beendet wurde. Wie erwähnt, mittendrin meine Story Graue Gestalten – eher so Richtung Horror diesmal, so ein bisschen. Die geschätzten Kolleginnen und Kollegen lieferten wieder Geschichten in allen Spielarten der Fantastik – und haben gezeigt, wie unterschiedlich man gleiche Sätze verwenden kann.

Zum Anfüttern – womit wir ein bisschen beim Inhalt meiner Story sind – ein kleiner Schnipsel aus Graue Gestalten:

Stefanies Zunge war wie betäubt. Sie wollte schreien, um sich schlagen, fliehen, aber jeder Impuls schien ins Nirgendwo zu verschwinden. Die Schatten wurden deutlicher, gestalteten sich zu Wesen, und dann waren sie zwischen ihnen […]

Mit dabei wieder eine Reihe bekannter Namen, die mit ihren Kürzestgeschichten diesen wunderschönen Band füllen. Zu bekommen ist Band 22 wie immer direkt bei der Phantastischen Bibliothek Wetzlar (hier). Die bisherigen Bände – allesamt lohnenswert – sind hier übersichtlich gelistet.

Daten:

Wir müssen das Gummi in der Zelle erneuern

Phantastische Miniaturen Band 22

herausgegeben von Thomas Le Blanc

Phantastische Bibliothek Wetzlar, Mai 2017

keine ISBN

ca. 80 S., EUR 3,- (Print)

Wochenrückblick 23/17

Eine Woche, die einmal mehr zügig rumging. Ein paar Kleinigkeiten gab es natürlich, nicht alles besonders Erwähnenswert. Im schreiberischen Bereich standen in erster Linie zwei kleinere Überarbeitungen bzw. noch mal gegenlesen an. Die beiden betreffenden Kurzgeschichten gibt es bald veröffentlicht, mehr dazu in wenigen Tagen. Eine andere Veröffentlichung muss ich auch noch nachtragen, dazu dann auch später mehr.

Das letzte ungelesene Sachbuch zur SF, das bei mir rumlag, ist nun auch gelesen: Der Nachdruck von Max Popps Sachbuch Jules Verne und sein Werk, erschienen im Verlag Dieter von Reeken. Von den drei Sachbüchern aus diesem Verlag, die ich in den letzten Wochen gelesen habe, ist dieses das vermutlich beste. Obwohl es ein Nachdruck eines mehr als 100 Jahre alten Werks ist, liest es sich – auch gerade deswegen – äußerst interessant. Zum einen bereitet es die Werke von Jules Verne knapp, aber sehr übersichtlich und spannend auf, und zum anderen gibt es einige zeitgenössische Einblicke zur Wirkung und Einordnung von Vernes Werken. Ich persönlich nehme auf jeden Fall einige Anregungen mit.

Noch nicht ganz beendet, aber schon ziemlich weit gekommen: Killshot von Elmore Leonard. Ein weiterer Versuch, mich ein bisschen durchs Thriller-Genre und dessen Veränderungen zu lesen. Dieser Roman ist aus Ende der 1980er und ist durchaus nicht schlecht. Schräge Typen, ein teils recht trockener Humor und grundsätzlich inkompetente Staatsdiener. Die Figuren reagieren grundsätzlich so, wie man es nicht erwarten würde – hat schon fast was Surreales. Vielleicht sind einige der Charaktere dann doch zu dumm, aber was soll’s. Ist auf jeden Fall mal wieder eine andere Art von Thriller und Leonard hatte ich ewig schon nicht mehr gelesen.

Film gab es nur einen. Aus der Kategorie Klassiker: Vier im roten Kreis. Ein französischer Krimi aus 1970 u.a. mit Alain Delon. Französische Filme können ja manchmal sehr speziell sein, aber dieser Film ist zumindest erstmal recht zugänglich. Auch die Story und vor allem die Bildsprache sind mehr als ordentlich. Was irritiert, sind die Handlungen der verschiedenen Figuren, die nicht immer klar sind. Zudem versucht sich der Film immer wieder an einer Symbolsprache, die ich zumindest nicht mehr zu hundert Prozent folgen kann. Das fällt insbesondere bei einigen Dialogen auf – vielleicht sind auch einige Übersetzungsprobleme am Werk. Wie auch immer, ein durchaus interessanter Film, der eine gewisse Coolness ausstrahlt und einige bemerkenswerte Szenen enthält. Und sicher nicht mit einem modernen Thriller vergleichbar – hier geht alles viel, viel langsamer und subtiler vonstatten.

Ransom ging in sein Staffelfinale – war mir gar nicht so bewusst – und wie es bei solchen Anlässen im Crime-Genre gerne mal üblich ist, gibt es eine Folge, die sich um Persönliches der Hauptfigur(en) dreht. Ist auch hier so, wirklich logisch ist die Prämisse jetzt nicht, aber eine ordentlich Folge ist es dennoch. Man war sehr geneigt, ein paar lose Enden aufzugreifen und natürlich gibt es eine Art Cliffhanger zur anstehenden Staffel (sofern die denn kommt, wonach es wohl nicht aussieht). Eine Serie, die in die Kategorie fällt: kann man mal schauen, muss man aber nicht.

Eine komplette Staffel gab es mit der zweiten Staffel Zoo. Die Serie ist so eine wirre Mischung aus Tierapocalypse mit all dem trashigen Zeug, was man als Zuschauer vermuten darf, und ein manchmal durchaus nicht schlechtes Thriller-Element. Die zweite Staffel drückt die Serie mehr in Richtung Horror und noch mehr Apocalypse und damit darf es auch mal ein bisschen blutiger zugehen. Die Serie ist weiterhin immer wieder trashig, schauspielerisch ist es besser geworden, die Handlungen einiger Figuren sind teilweise superdämlich, aber hin und wieder hat man sich mehr getraut. Das Ende der zweiten Staffel könnte eine eventuelle dritte aber durchaus wieder interessant machen. Die Serie ist so ein bisschen untergegangen, glaube ich, ist aber auch nicht allzu schlimm.

Serienfinale von Dexter – die letzten beiden Folgen. Junge, hat man hier das Tempo rausgenommen. Die vorletzte Folge ist noch ganz ordentlich, die meisten Stränge gehen dann zusammen und ein bisschen Drama und Co. gibt es natürlich auch. Die letzte Folge killt noch mal ein bisschen rum, aber als Espisode ist die letzte Folge dennoch überraschend schwach. Vielleicht finde auch deshalb viele den Serienabschluss nicht so prickelnd, weil die letzte Folge einfach abfällt – keine Ahnung. Die Idee als solche ist meines Erachtens schon okay, wobei ich sagen muss, dass man zwei Szenen eher hätte aussteigen müssen. Die Serie ist insgesamt aber schon mehr als guckbar und ich finde sie durchgängig gut. Die erste Staffel ist letztlich zwar die beste, aber das Gefälle über die Serie hinweg ist nicht allzu steil.

Und raus.

King Chaos – Legende des CGI

Eine Rezension zu King Arthur – Legend of the Sword

Es war einmal ein Guy Ritchie, der machte tolle Filme. Gangster jagten Diamanten und Brad Pitt fing damals an, in seltsamen Akzenten und Dialekten zu sprechen. Dann entdeckte das CGI Guy Ritchie und wollte sich ihn einverleiben. Zuerst zögernd, aber teils mit künstlichen Londoner Horizonten und Wahrzeichen deutlich zu sehen, gingen die beiden eine Symbiose ein. Und die ist nun mit King Arthur – Legend of the Sword vollkommen. Und dabei sind wir noch gar nicht beim Bösen in diesem Märchen.

Ich war sehr, sehr zögerlich, muss ich sagen, bis ich dann doch mit ins Kino gegangen bin, um mir die neueste Variante der Artus-Sage mal anzusehen. Der Stoff bietet schließlich ungeheuer viel, und es ist auch völlig legitim, das für einen Filmemacher Interessanteste rauszufiltern. King Arthur – der mit Clive Owen – versuchte sich an einer etwas realistischeren Herangehensweise, was sogar halbwegs funktionierte. Unerreicht bleibt sicher Excalibur. Was die Verarbeitung in der Literatur angeht, hab ich bisher kein überzeugendes Buch gelesen – es waren bislang aber auch nicht so viele. Nun also Guy Ritchies Versuch, der weniger realitätsnah und auch weniger vorlagengetreu daherkommt – das war aus den Trailern schon klar. Muss ja nicht schlimm sein – war es leider aber. Aber der Reihe nach.

Artus entkommt als Kind der gewaltsamen Machtergreifung seines Onkels Vortigern, der im Nachgang des Angriffs des Zauberers Mordred Artus‘ Eltern tötet und sich zum König macht. Das Kind Artus wird von Prostituierten in Londinium gefunden und aufgezogen, er entwickelt sich zu einem kampfstarken Mann, der mit seinen Kameraden ein gut laufendes Schutzgeldgeschäft aufgebaut hat. Als plötzlich Excalibur – fest im Stein – sichtbar wird und alle Männer im richtigen Alter sich am Rausziehen versuchen sollen, führt das unweigerlich von einem zum anderen – und Artus wird gefordert, seinem königlichen Schicksal zu begegnen.

Nun, aus der Zusammenfassung könnte man schließen, dass hier eine Geschichte erzählt wird. Gewissermaßen ist das wohl auch der Fall, aber das Wie ist einfach grauenvoll schlecht. Ganz allgemein gibt es vier wesentliche Probleme bei den Film: Die mangelhafte Entwicklung der Figuren, die sprunghafte und unkomplette Erzählweise, die Vielzahl an unsinnigen und nebensächlichen Füller-CGI-Szenen und der unfassbare Bilder- und Tonkrach, der auf einen losgelassen wird.

Tatsächlich sind so etwa die ersten 20 Minuten ganz ordentlich. Die Eröffnungssequenz ist zwar Over-the-Top, setzt aber wenigstens den Ton für den Film und funktioniert sogar recht ordentlich. Uther wehrt Mordred ab und wird dann von seinem Bruder verraten. Auch die folgenden Sequenzen, insbesondere die Montage-Sequenz, die Artus Aufwachsem im Vorlauf zeigt, ist sogar recht gut gesetzt. Es werden noch so einige Montage-Sequenzen im weiteren Film folgen – die sind dann allesamt deplatziert, um es höflich zu fomulieren. Nun, der Zerfall des Films beginnt aber dann, sobald wir den erwachsenen Artus erleben und wie sein Geschäft so funktioniert. Ab hier wird es dann sehr und in zunehmenden Maße chaotisch, der Film im allgemeinen und die Story und Handlungen der Figuren im besonderen verlieren jede Struktur oder Nachvollziehbarkeit. Sämtliche Twists und Wendungen, alle Entscheidungen und Motivationen bleiben unlogisch – alle. Das Ganze mündet dann in einem Finale, das 1:1 aus einem Konsolenspiel stammen könnte.

Der Film wirkt sehr stark so, als hätte man sich nicht entscheiden können, was in den Film rein soll und vor allem, wie es präsentiert werden soll. Am Ende gibt es dann sinnlose Nebenstränge, die gar nichts voranbringen, Todesszenen, die keine Rolle spielen, Actionsequenzen, die völlig sinnfrei daherkommen, Handlungen, die schlicht saudämlich sind, Fähigkeiten, die mal da, mal nicht da sind und vor allem eine unfassbare Menge an Füllerszenen, die reines CGI sind. Allen die Menge an CGI-Tieren ist erstaunlich – und kaum eines erfüllt eine tiefer gehenden Zweck für den Film.

Sicher ist Ritchie in dem Film insofern wiederzuerkennen, als dass der Stil und die manchmal ruppig geschnittenen Dialog- und Actionsequenzen für ihn typisch sind. Im Gegensatz zu seinen besseren Filmen, versteht er es aber in King Arthur nicht, einmal die richtige Atmosphäre zu treffen, und auch nicht, das richtige Tempo zu treffen. Montage-Szenen, Zeitlupeneffekten, das für ihn typische „Vor- und Zurückspulen“ durch kleine Handlungsabschnitte finden sich auch hier wieder, aber sie verschandeln das Tempo doch massiv. Nach den ersten 20 Minuten könnte man beliebig eine halbe Stunde rausschneiden – am Stück oder auch per Zufall alle paar Minuten – und der Film wäre kein anderer. Ganz schlechtes Zeichen.

Bestes Anzeichen, dass das zugrunde liegende Drehbuch eher mies sein muss: Die Figuren sind bestenfalls guckbar, größtenteils jedoch ziemlich belanglos. Abgesehen von Artus und dem bösen König (dessen Namen man sich schon nicht mehr merkt) sind alle Charaktere austauschbar und sehr eindimensional. Die Magierin, die im Verlauf auftaucht, hat nicht mal einen Namen – dabei ist sie so inszeniert, dass sie extrem handlungsrelevant daherkommt (überhaupt ist der Umgang mit den weiblichen Figuren ziemlich peinlich). Dazu kommt, dass sich auch die Hauptfiguren im Grunde nicht entwickeln. Artus will die ganze Zeit nicht, bekommt eine wichtigen Sidequest, will danach aber immer noch nicht – Entwicklung gleich Null. Erst ganz am Ende legt sich quasi der Schalter um. Der böse König ist der böse König – was natürlich auch dadurch deutlich wird, dass es eine ziemlich lange, unnötige und unfreiwillig komische Szene gibt, in der Vortigern mit ausgestreckter Hand eine langsame Drehung vollführt, die Leutchen bei ihm oben auf die Knie fallen, die Soldaten unten in bester Nazi-Manier grüßen – und das Ganze dauert locker drei Minuten. Unangenehmes Nazi-Chic, sinnlose Filmszene. Dass der böse König später plötzlich etwas opfern muss, das er liebt, wirkt so fremd und albern, dass man sich an Kopf klatscht.

Wenigstens ist das ganze schauspielerisch nicht so katastrophal. Charlie Hunnam macht seine Sache als Artus sehr ordentlich, soweit er darf, heißt das, Jude Law mimt den Bösewicht ebenfalls sehr ordentlich – ihm hat man wohl einfach gesagt: Mach mal. Aus dem übrigen Cast fällt jetzt auch keiner negativ auf, aber hier gibt man den Leutchen eh zu wenig zum Arbeiten. Eric Bana als Uther könnte man noch erwähnen, der hier leider verschwendet wird – er kriegt die unsinnigen Dialogzeilen erstaunlich nahegehend raus.

Was die handwerkliche und technische Seite angeht, kann man eigentlich auch nicht wahnsinnig viel sagen. Inszenatorisch ist das ganze ein wenig ein Überraschungspaket, je nach Szene. Als Gesamtkonzept funktioniert die Nummer auf jeden Fall nicht. Vermutlich ist der Schnitt hier mit dran Schuld, dass alles so unausgegoren im Tempo und in der Erzählweise wird, hier haben wir wirklich alles dabei – von guter bis mieser Schittarbeit. Kamera ist ebenfalls alles vertreten – verwackelter, unguckbarer Mist bis zu beeindruckenden Aufnahmen. Das CGI ist halbwegs auf der Höhe der Zeit (ein paar Ausnahmen gibt es aber) und auf jeden Fall unangenehm auffallend und viel zu viel. 3D gab es diesmal für mich nicht, kann mir kaum vorstellen, dass das viel ändert.

Insgesamt ist King Arthur – Legend of the Sword ein heißer Anwärter auf den schlechtesten Kinofilm des Jahres. Ein einziges Chaos, was Story, Erzählstruktur und Tempo angeht, eine schlechte Figurenzeichnung und eine kaum vorhandene Figurenentwicklung langweilen durch den Film, nur unterbrochen vom reinsten CGI-Gewitter, das einem irgendwann auf den Geist geht. Resident Evil: The Final Chapter ist im Vergleich ein qualitativ hochwertiger, ordentlich durchstrukturierter Film – das will was heißen. King Arthur ist nicht mal was für Trash-Freunde. Kann man sich getrost sparen.

Wochenrückblick 22/17

Die Jahresmitte rückt näher, ein paar Planungen für die nächsten Wochen sind gemacht – mal schauen, was davon aufgeht und was nicht.

Bei der Schreiberei gingen die Geschichten von letzter Woche weiter. Drei der Storys wurden dann fertig gebracht (erst mal), eine Story nicht (die wird noch einmal umstrukturiert) – letztere ist historischer Horror.

Ein paar erste Sätze? Warum nicht:

Nummer 1:

Der Schrei endete abrupt, als sich der Kopf vom Körper löste und beides den licht- und liftlosen Fahrstuhlschacht hinunterfiel.

Nummer 2:

Das Fakultätsgebäude der Archäologen und Historiker wirkte trotz des sonnigen Nachmittags trostlos und verwaist.

Nummer 3:

Die schwarzen, großen Boxen dröhnten mit all ihrer erfahrenen Kraft den brechenden Rhythmus aktueller Charthits hervor.

Nummer 4:

Die Nacht brach herein.

Was wohin gehört und ob da mehr draus wird … Mehr kann und will ich im Moment noch nicht sagen. Und natürlich sehr gut möglich, dass die ersten Sätze letztlich nicht so bleiben, wie sie sind.

So, Die Nebel von Avalon von Marion Zimmer Bradley ist nun ausgelesen und ich bleibe dabei: Nicht uninteressant, aber auch kein wirklich guter Roman. Mich stören teilweise die Handlungen und Motivationen der Charaktere – dass die allesamt unsympathisch sind, war dann auch egal -, die ich schlicht für nicht nachvollziehbar halte, das Verlieren in Nebensächlichkeiten und die vielen Soap Opera-Szenen. Wie auch immer: Nett, mal gelesen zu haben, aber damit hat es sich dann auch.

Kino gab es in der Woche auch wieder: King Arthur – Legend of the Sword. Die ersten 20 Minuten waren noch ganz okay, danach zerbröselt der Film schneller als seine Laufzeit und es kehrt ein unfassbares Story-Chaos ein. Sollte es überhaupt ein Skript geben, muss es unfassbar schwach und voller Lücken sein. Dazu so unfassbar viel unnötige CGI – in der Form habe ich das nicht mal in einem Superhero-Film gesehen. Dazu fühlt es sich gegen Ende wie ein Click-Time-Event eines Konsolenspiels an (man wartet förmlich auf eine Button-Anzeige auf dem Bildschirm). Das ist kein Film, das ist schlicht peinlich. Damit haben wir einen weiteren – heißen – Kandidaten für den schlechtesten Film des Jahres.

Ransom mit einer sehr ordentlichen Folge – die Twist waren zwar meilenweit absehbar, aber alles ordentlich durchgefüht. Diesmal spielt die Folge in Italien – was man allerdings nicht wirkich mitbekommt. Aber auch das macht nichts.

Zwei weitere Folgen Dexter, die wieder ein bisschen Ordnung in die Staffel reinbringen. Erstaunlicherweise fehlt ein wenig das Tempo, was bei den drei vorherigen zu viel da war. Das Ende ist absehbar und es ist schon halbwegs klar, dass ich recht zufrieden aus dieser Serie rausgehe. Mal gucken, ob ich mit dieser Einschätzung richtig liege.

Schöne Restpfingsten.

Schwarz und Weiß

Eine Rezension zu Get Out

In den letzten Jahren lag der von den größeren Studios produzierte Horror ziemlich darnieder – Remakes, schlimme Fortsetzungen oder totgerittene Tropes waren in meist unerträglicher Qualität zu sehen. Aus dem Independentbereich und den kleineren Studios gab es hingegeben immer wieder echte kleine Schätzchen zu bewundern – nicht selten nicht als reiner Horror, sondern mit anderen Elementen angereichert. So ist auch die Debutarbeit von Jordan Peele eine kleine Produktion, die einen eher unaufdringlichen Horrorpart mit Thriller-Elementen sowie Drama und Comedy kombiniert. Zwar ist der Titel eher nicht so prickelnd, die Trailer sahen aber sehr, sehr vielversprechend aus. Ebenso die Kritiken aus den USA, wo der Film bereits vor wenigen Monaten anlief. Nun also auch hierzulande.

Chris ist schwarz, seine Freundin Rose ist weiß. Die beiden sind seit fünf Monaten ein Paar – an der Zeit, Roses Eltern kennen zu lernen. Findet Rose. Chris, der sich bei dem Gedanken nicht so wohl fühlt, fährt dennoch natürlich mit. Bei Roses Eltern angekommen, läuft es anfangs nicht unbedingt schlecht, aber schon etwas seltsam – nicht nur mit Roses Eltern, sondern auch mit den beiden schwarzen Bediensteten, die für das reiche, liberale Elternpaar arbeiten. Doch für Chris wird aus etwas schräg nach und nach reichlich seltsam und schließlich echter Horror.

Die Grundidee ist eine modernisierte Variante klassischer Horrorfilme, in denen bestimmte soziale Aspekte beleuchtet wurde. Get Out knüpft hier an, diesmal aber aus Sicht des omnipräsenten Rassismus in einem scheinbar liberalen Umfeld. Dieser Aspekt der Story funktioniert fast schon beängstigend gut und trägt viel zu dem Film bei. Aber auch die Story, mit der ganze transportiert wird, funktioniert weitgehend. Wenn man im Nachgang über das ein oder andere nachdenkt, ergibt nicht alles hunderprozentig Sinn – teilweise sicherlich aufgrund einer symbolischen Aussage, die Peele dann in der ein oder anderen Szene wichtiger war als die Logik der vordergründigen Story. Wie auch immer, das ist fast schon Meckern auf hohem Niveau. Die offensichtlichen Comedyeinlagen können zwischendurch zudem etwas störend sein, ist aber eine Geschmacksfrage.

Ganz prima funktionieren nämlich die Figuren und die Konstellationen untereinander. Die Charaktere sind wirklich gut geschrieben, die Interaktion zwischen ihnen erzeugt genau das, was erzeugt werden soll – von komischen bis schrägen und horrormäßigen Auseinandersetzungen. Auch hier ist viel durch Symbolik geprägt, auch die deutsche Synchro rettet die ein oder andere Anspielung – ich würde allerdings nicht behaupten, alles davon mitbekommen zu haben.

Stark auch das Schauspiel, was einmal mehr zeigt, dass in einem guten Horrorfilm auch gute Darsteller sein müssen, sonst geht die Nummer einfach den Bach runter. Die beiden Hauptdarsteller, Daniel Kaluuya und Allison Williams, sind hier sicherlich hervorzuheben, die beide ihre Sache ausgezeichnet machen. Aber auch bei den weiteren Figuren gibt es nichts zu meckern, insbesondere Roses Eltern, verkörpert von Catherine Keener und Bradley Whitford, zeigen durchaus, was sie können.

Handwerklich überzeugt der Film ebenfalls. Klasse inszeniert, tolle Musikuntermalung, prima Kamera- und Schnittarbeit. Die wenigen visuellen Effekte passen sich gut ein (sind nur sehr vereinzelt). Für mich etwas überraschend wird der Film gegen Ende auch ein wenig blutiger, während zuvor mehr der psychologische Horror im Vordergrund stand. Den ein oder anderen Reveal muss man wohl einfach akzeptieren – wie schon erwähnt, war hier dem Regisseur wohl das größere Ganze wichtiger als die spezielle Logik im Handlungsablauf. Der Film schafft es auf jeden Fall, immer intensiver zu werden und wirklich das zu vermitteln, was er will.

Insgesamt zählt Get Out zu den besten Filmen in diesem Jahr bisher. Starker, kleiner Film, ein Horrorthriller, der einen ganz eigenen, interessanten und sehenswerten Blick auf (Alltags-)Rassismus und die vermeintliche Political Correctness wirft, oder auch einfach als Gruselfilm bestens funktioniert. Klare Empfehlung meinerseits.

Wochenrückblick 21/17

Meine Güte, ich steh ja nicht so auf Hitze. Aber immerhin lässt es sich ja noch aushalten. Und angenehmerweise ist es in meiner Wohnung kühler als draußen. Also trotz Sonne die frische Luft weitgehend gemieden und tatsächlich ein paar Sache gemacht.

Schreiberisch ging es endlich mal wieder ein bisschen voran. Im Wesentlichen an vier Kurzgeschichten gearbeitet, drei Mal Horror, einmal Near Future.

Die erste Horrorstory ist eine Geschichte im Lovecraft-Kosmos, die es seit gut drei Jahren oder so bereits in einer Rohfassung gibt. Hier gab es ein paar Überabreitungen und Anpassungen. Ich glaube, die Charaktere brauchen noch neue Namen, aber nun ja. Die Sache spielt in einer deutschen Kleinstadt – wenn das nicht allein schon lovecraftscher Horror ist.

Horrorstory Nummero Zwo gibt es ebenfalls eine Art Rohfassung, die aber nun weitgehend überarbeitet wurde / wird. Die Geschichte hat sich / wird sich dadurch deutlich verändern und unter anderem ein bisschen mehr Richtung Horror gerückt. Dadurch wird die Geschichte auch eine Ecke länger werden und einen anderen Hintergrund bekommen. Manchmal sind Überabreitungen aufwendiger als neu schreiben.

Historischen Horror ist der letzte Horroreintrag. Auch hier gab es breits ein bisschen Rohmaterial, allerdings nur einen Anfang, der sogar brauchbar scheint. Ein wenig nachrecherchiert, den Rest der Story durchstrukturiert und die Befürchtung, dass die Story länger wird als geplant. Aber mit Planungen hab ich es ja eh nicht so.

Ein bisschen SF war dann auch noch, eine Near-Future-Story, die zu einem guten Stück schon stand und nun fortgeführt wurde. Bleibt zwar im Bereich Kurzgeschichte, wird aber – für meine Verhältnisse – relativ lang ausfallen. Vorher war mir noch nicht so ganz klar, wo es hingehen sollte, aber dieses Problem ist nun gelöst. Ich habe gute Hoffnung, dass am Ende eine halbwegs runde Story dabei rumkommt. Wird sich zeigen.

Zu lesen gab es Marion Zimmer Bradley mit Die Nebel von Avalon. Ich bin etwa halb durch diesen ziemlich langen Roman. Ich habe vor vielen Jahren Die Feuer von Troja gelesen und diesen Roman als einen guten in Erinnerung, wobei ich mich an viele Details nicht mehr erinnere. Die Nebel von Avalon ist zwar ein durchaus interessanter Roman, aber bislang würde ich nicht behaupten, er sei gut. Mein Hauptproblem sind die Figuren, die samt und sonders unsympathisch sind und teilweise eine absurde Handlungsweise an den Tag legen, den zumindest ich nicht immer wirklich nachvollziehen kann. Dennoch, die Artus-Sage in diesem Gewand zu lesen, hat auch was für sich. Schade, dass es nicht so gelungen scheint. Das Buch zu Ende lesen, werde ich dennoch.

Ich kann mich nicht mehr erinnern, wann ich Scarface vorher mal gesehen habe. Als ich ihn nun erneut angefangen habe, wusste ich wieder, warum mir der Film so wenig in Erinnerung geblieben ist (abgesehen vom Ende): Der Film ist schlicht langweilig. Keine Ahnung, woran es genau liegt, aber im Vergleich zu anderen Filmen aus dem Genre und aus diesen Jahren, kann dieser Film einfach nicht mithalten – zumindest für mich. Pacino ist großartig, aber die Story dümpelt im Schneckentempo dahin und verliert sich in Nebensächlichkeiten. Auch ein Film wie Der Pate ist langsam inszeniert, aber er erzeugt immer noch Spannung – das fehlt bei Scarface. Und neben Pacino bleiben die anderen Schauspieler auch wirklich sehr blass. Dazu ist der Film in seltsamen Sprüngen erzählt und der Filmschnitt – trotz Uncut-Version – ist irgendwie ebenfalls seltsam, vor allem im Vergleich zur sonst guten Kameraarbeit. Letztlich musste ich den Film vorzeitig abbrechen. Man möge mich mit faulen Eiern beschmeißen, aber dieser Klassiker hat mich nicht erreicht.

In Alien: Covenant habe ich mich bisher nicht reingetraut, da hab ich mal lieber einen Blick auf Aliens geworfen. Eine Fortsetzung, die noch einiges an Beliebtheit bei vielen besitzt, einige gar besser finden als den ersten Alien. James Cameron hat hier einen deutlich anderen Ton angeschlagen als es Ridley Scott beim ersten Film getan hat. Ich persönlich finde den ersten Teil zwar ordentlich, aber jetzt auch nicht wirklich richtig gut. Und ähnlich geht es mir auch beim zweiten. Tatsächlich finde ich Aliens ein wenig schwächer als Alien. Es ist zwar ein weitgehend solider SF-Actioner, aber das war es dann auch schon. Plotlöcher, dumme Charaktere und immer wieder schwache Dialoge reißen einen immer wieder aus der Geschichte raus. Pluspunkt: Das kleine Mädchen. Und was mir mal wieder bewusst wurde: James Cameron recyclet seine eigenen Ideen immer wieder durch seine Filme.

Einmal mehr aus der Kategorie nachgeholt: The Fall. Tarsem Singhs sehr visueller Film stand schon länger auf meiner Liste. Das Visuelle ist sicherlich auch die Stärke des Films, ansonsten schwankt die Qualität über die Laufzeit doch deutlich. Die Verzahnung der beiden Erzählebenen gelingt manchmal außerordentlich gut, manchmal ist sie geradezu dumm. Schauspielerisch leider eher schwach, dazu teilweise absurd schwache Dialoge, dennoch – um wieder das Visuelle zu nennen – durch die Bildsprache und die (Farb-)Symbolik bleibt der Film durchgängig zumindest interessant. Gut, mal gesehen zu haben, aber jetzt auch nicht gerade ein Highlight.

Und mal wieder einen Film aus deutschen Landen: Goster. Ein sehr skuriler Krimi, der teilweise sehr theaterhaft wirkt, defintiv einen experimentellen Einschlag hat und der auch mit einem übernatürlichen Einschlag interpretiert werden könnte (aber nicht zwingend muss). Unterm Strich hat er mir gefallen, wenn der Film auch wirklich sehr, sehr speziell ist. Es hätte weniger von dem Theaterhaften sein dürfen und ich bin mir auch nicht sicher, ob da nicht auch schauspielerisch mehr drin gewesen wäre, aber man kann sicher nicht behaupten, dieser Krimi sei ein normaler, gewöhnlicher.

Ransom mit einer Episode, die mal wieder in Frankreich spielt und zeigt, dass die Recherche nicht unbedingt die Stärke der Skriptschreiber der Serie ist. Dennoch eine sehr ordentliche Folge wieder – damit ist mein Absprung erstmal aufgeschoben.

Die Toten von Turin bietet wieder einen interessanten Fall mit guten Charakteren. Damit gab es bislang drei gute Fälle in sechs Episoden – und die Serie steigert sich im Verlauf sogar. Gefällt mir richtig gut mittlerweile.

Oha, Dexter schlingert auf der Zielgeraden doch ein wenig. Die Mitte der Staffel ist nun rum und ein bisschen drüber, das Ende naht, und in den Folgen wird vielleicht doch das ein oder andere zu viel untergebracht. Vielleicht ist in der letzten Staffel mindestens ein Handlungsstrang zu viel drin – dadurch wirkt alles ein bisschen voll und durcheinander. Auch wenn das Umlegen bestimmter Nebenfiguren wieder angefangen an.

So, ich guck jetzt mal, ob es draußen heute wieder über die 30 Grad geht …

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