Die Affen überleben

Eine Rezension zu Planet der Affen: Survival

Mit Planet der Affen: Survival schließt also die Trilogie um die Prequel-Reboot-Affenbande rund um Caesar, dem ersten schlau gewordenen Affen im CGI-Kostüm. Der erste Teil war seinerzeit ziemlich interessant und ein guter Film, Teil 2 hatte dann doch zu viele schwache Momente, um wirklich zu überzeugen. Dennoch ist das Konzept weiterhin nicht schlecht, sodass der dritte Teil durchaus neugierig macht.

Mittlerweile ist die Menschheit weitgehend ausgerottet, vor allem einige militärische Einheiten leben aber noch und machen Caesar und den anderen Affen – die auf eine durchaus beachtliche Gruppenstärke kommen – immer wieder zu schaffen. Nach einer dieser Auseinandersetzungen nehmen die Affen fünf Gefangene – vier Menschen und einen Affen, der als Überläufer in den Reihen der Menschen kämpft. Die vier Menschen lässt Caesar mit einer Botschaft an deren Colonel frei, der Affe kann fliehen. Die Antwort der Menschen ist jedoch ein nächtlicher Angriff auf das Hauptlager der Affen, bei dem Caesars Frau und ältester Sohn ums Leben kommen. Er sieht ein, dass es eine friedliche Lösung nicht mehr geben wird. Die Hauptgruppe schickt er los, um eine neue Heimat zu finden, er selbst will den Colonel ausschalten – sicher keine einfache Mission.

Dass nichts passieren würde, kann man dem Film sicher nicht vorwerfen. Tatsächlich hat er eine durchgängige Handlung, die an sich durchaus schlüssig ist. Zwei Elemente in der Handlung sind dann aber doch schwach: zum einen rutscht der Film zwischendurch in übermäßigen Kitsch ab und zum anderen gibt es bei einzelnen Szenen Logik- beziehungsweise Kontinuitätsprobleme. Beides stört und nimmt insbesondere in der zweiten Filmhälfte einiges an Schwung aus dem Film. Hier wäre weniger eindeutig mehr gewesen.

Allerdings schafft es der Film auf der anderen Seite auch, viel Überzeugendes darzustellen und er ist auch wenig schonungslos – Krieg, Folter, Konzentrationslager, da wird durchaus Härte gezeigt. Wirklich blutig wird es nicht, aber die gezeigten Szenen brauchen das auch nicht noch oben drauf, um zu wirken. Diese Symbolik ist natürlich gewollt und die Filmemacher bedienen sich für viele Szenen auch aus dem Kino der vergangenen Jahrzehnte. Der Colonel erinnert nicht umsonst an Col. Kurtz aus Apocalypse Now, und das ist nur eine von vielen Anspielungen, die manchmal überdeutlich im Film untergebracht werden.

Insgesamt punktet der Film auch in seiner Darstellung der diversen Charaktere. Allen voran natürlich Caesar, aber auch Maurice nimmt einen größeren Part ein, eine Art Gegengewicht zu Caesar, dessen Wut sich kaum noch zügeln lässt. Auch die neuen Charaktere sind durchaus gelungen. Bad Ape, ein Charakter, den die kleine Truppe zwischendurch findet, und auch das stumme Mädchen sind interessante Ergänzungen, die dem ganzen Szenario mehr geben. Der Colonel als Gegenspieler ist eigentlich recht einfach gestrickt, auch was seine Motivation angeht.

Hier hilft aber natürlich Woody Harrelson weiter, der einmal mehr das Arschloch in voller Überzeugung spielt. Auch Andy Serkis ist beeindruckend als Caesar, dass er immer wieder so übergangen wird, ist eine Schande. Auch sonst kann man an dem Cast nichts aussetzen, selbst bei kleineren Nebenfiguren sind alle stets voll dabei.

Handwerklich überzeugt der Film ebenfalls weitgehend. Inszenierung ist überwiegend ordentlich, außer die Kitschszenen, die Kameraarbeit mehr als solide, der Schnitt schwächelt in der zweiten Hälfte, vielleicht wollte man hier auch über das ein oder andere Problemchen hinwegschneiden, aber auch und gerade in den Actionsequenzen ist alles ganz wunderbar mitzuverfolgen. Betonen kann man zudem den Ton (harhar), das Sound-Design ist schon gut gelungen. Die Musikuntermalung ist soweit okay.

Mit Planet der Affen: Survival schließt zunächst die Trilogie um die Vorgeschichte zum urspünglichen Planet der Affen und setzt durchaus gute Akzente dabei. Ein sehr ordentlicher Film, der kleine Schwachpunkte im Bereich Logik, Kontinuität und Kitsch hat und in der zweiten Hälfte ein bisschen an Schwung verliert, aber dennoch ganz sicher anguckbar und mehr als ordentlich ist. Mir persönlich hat Teil 3 im Vergleich zum zweiten Teil wieder besser gefallen. Wer was mit dem Affen-Kosmos anzufangen weiß, sollte durchaus einen Blick riskieren. Sogar ohne Kenntnisse der anderen beiden Teile ist dieser Abschluss durchaus sehenswert.

Wochenrückblick 33/17

Jede Menge Vorbereitungskram für die diversen Jobs läuft, das frisst einmal mehr Zeit, die anderswo abgezwackt werden muss. Das Schreiben blieb daher mal wieder mehr oder minder auf der Strecke bis auf ein paar planerische und Recherche-Sachen. Zumindest gibt es hier nichts, was ich im Moment groß erwähnen könnte oder möchte.

Mit dem Lesen ging es auch nur wenig weiter. Angefangen habe ich Kill Decision von Daniel Suarez. Weiter als die ersten 40 Seiten oder so bin ich noch nicht. Hierin gibt es aber schon mal einen (von unbekannten durchgeführten) Drohnenangriff auf eine islamische Pilgerstädte – das Buch ist Fiktion, in der Realität kann man aber mittlerweile das Gefühl haben, das sowas nur einen Trump-Tweet entfernt ist. Zum Buch kann ich aber noch nicht viel sagen.

Kleines neues Spiel ausprobiert: Der Herr der Ringe – Das Kartenspiel. Hier müssen die Spieler zusammen eine Mission überstehen, angelehnt an die Geschichte rund um Der Herr der Ringe. Im Einstiegsset geht das Ganze nur zu zweit – ist ein Sammelkartenspiel, das entsprechend beliebig erweitert werden kann. Gehört ja meist eher in die Spielrichtung, die ich nicht immer so mag, aber diese Variante war durchaus unterhaltsam. Hat ein bisschen gebraucht, bis wir den Dreh raushatten, aber dann hat es gut gefunzt. Die Siegbedingung unserer Szenarios war gefühlt jetzt nicht hundertprozentig durchdacht, aber das ist eher eine Kleinigkeit.

Im Kino gab es Planet der Affen: Survival. Ein solider Abschluss der Trilogie, der mir persönlich besser gefallen hat als der zweite, der doch einige schwache Momente hatte. Auch hier gibt es ein paar Sachen, die negativ auffallen, beispielsweise ein paar Logiklöcher und überzogener Kitsch, ingesamt ist es aber ein guter Film mit wirklich beeindruckenden Effekten. Ach ja, die Musikuntermalung war mal auffallend unpassend und penetrant.

Nachgeholt: Suicide Squad ist um Millimeter nicht der schlechteste DCEU-Film – scheiße ist er trotzdem. Insbesondere die Figuren sind unfassbar eindimensional und völlig belanglos. Dazu kommt eine Nicht-Story und wirklich schwache Schauspielleistungen, auch von den etablierten Größen. Meine Güte, ich bin froh, den nicht im Kino gesehen zu haben. Epic Fail. Hab ich auch schon rezensiert.

Ein japanischer Film war auch mal wieder angesagt: Outrage. Natürlich geht es um die Yakuza und die diversen Familien, die sich hier gegenseitig ausspielen beziehungsweise ausspielen lassen. Die Synchro scheint mir ein wenig grenzwertig zu sein, es gibt ein paar nette Sequenzen, aber insgesamt hat der Film zu viele eher langweilige Phasen, um wirklich empfehlenswert zu sein. Obwohl das Endspiel schon nett inszeniert ist.

Wieder eine ordentlich Folge gab es bei How to get away with murder. Weiterhin mehr eine Serie, die sich zwischendurch gut gucken lässt, aber nichts, was langfristig beeindrucken kann. Zumindest ist sie nicht immer furchtbar seicht – oder sagen wir besser: nur in den schlechten Folgen.

Ich wiederhole mich gern, ich bin ein Fan von Profiling Paris. Einmal mehr eine gute Folge. Kleiner Schwachpunkt: Diesmal war der Twist meilenweit vorhersehbar und so richtig gut ausgespielt wurde der Fall dann auch nicht.

Abschluss der ersten Staffel von Die Toten von Turin. Hier wurde es noch mal ziemlich böse. Tote Kinder sind ja schon mal nicht unbedingt für jeden Zuschauer was, ganz am Ende wird da sogar noch ein wenig nachgelegt. Gut ist dieser Fall dennoch und damit ist auch die ganze erste Staffel zu einem mehr als ordentlichen Ende gekommen. Wer im Krimi-Bereich mal eine andere Variante sehen will, kann sich diese Serie durchaus mal zu Gemüte führen.

Und am Ende eine Serie, von der ich immer noch nicht weiß, was ich von ihr halten soll: From Dusk Till Dawn. Ich bin mittlerweile bei Episode sechs und die Charaktere sind hier endlich im Titty Twister angekommen. Zur Sache geht es bislang aber nur in den Nebenhandlungssträngen – da wird es erstmalig auch mal deutlich blutiger. Dennoch ist alles irgendwie langsam, nicht ganz uninteressant und die Nebenhandlungen retten viel, so richtig stark ist das Ganze aber auch nicht. Geht nicht mehr lang, den Rest der Staffel guck ich also weiter.

Endlich mal weitermachen: Cowboy Bebop. Ich hatte irgendwo Richtung Anfang zweiter Staffelhälfte aufgehört, nun gab es ein paar weitere Folgen (ich dürfte bei Episode 18 oder 19 sein). Diesmal bin ich auch schneller wieder reingekommen und die Serie macht wirklich Spaß. In Sachen Anime zurecht weit oben dabei.

Das war es dann mal wieder.

Ein Käfig voller Comic-Luschen

Eine Rezension zu Suicide Squad

Suicide Squad war der DC-Film der aktuellen Generation, den ich mir seinerzeit im Kino geschenkt habe. Nun gab es die Gelegenheit, den Film mal nachzuholen. Ich hatte ja eher schlimmes gehört, im Grunde habe ich mich nur gefragt, ob Suicide Squad schlechter oder besser ist als Batman v. Superman. Meine Erwartungshaltung war somit eher mäßig – vielleicht gab es ja eine positive Überraschung? Nein, leider nicht.

Doch zuerst, worum es geht. Die zwielichtige Regierungsbeamtin Amanda Waller stellt ein Team aus Kriminellen mit besonderen Fähigkeiten zusammen, um mit ihnen gegen übernatürliche Kreaturen oder andere Krisenfälle größeren Ausmaßes zu kämpfen. Die Kandidaten werden dann auch zügig recht unfreiwllig rekrutiert. Darunter auch Enchantress, eine böse Hexe, die im Körper von Dr. Moone haust und schließlich die Frau Doktor übernimmt und sich absetzen kann. Sie will eine böse Superwaffe konstruieren und hat dafür bereits halb Midway City unter Kontrolle gebracht. Damit haben wir unseren ersten Auftrag für die Taskforce X.

Suicide Squad ist ein bemerkenswert schlechter Film. Er ist vermutlich nur deshalb nicht schlechter als Batman v. Superman, weil dieser schlicht länger ging und daher mehr gequält hat. Suicide Squad ist aber dennoch weitgehend unerträglich, und das hat einen ganzen Haufen von Gründen.

Der erste Grund sind die Charaktere. Die sind allesamt maximal Abziehbilder von Figuren, die allesamt keinerlei Entwicklung durchlaufen, irgendwie nachvollziehbar handeln, eine Motivation mitbringen oder sonstwie interessant sind. Immerhin hat die Hexe als Antagonistin ein Hauch Potenzial – das wird natürlich nicht ausgeschöpft, sondern begraben unter lauter Belanglosigkeiten und einem bösen Bruder, der ihr hilft, und einfach aus dem Hut gezaubert wird (und der Zuschauer weiß von dem genau nichts).

Schädlich sind in dem Zusammenhang auch die grandios schlechten Schauspielleistungen. Selbst die großen Namen im Film bringen erschreckend schlechte Leistungen. Will Smith ist einfach gelangweilt – kein Wunder, Deadshot ist selbst ja auch ein reiner Langweiler -, Viola Davies als Amanda Waller rennt wie ein Roboter durch den Film, ganz vielleicht kann man Cara Delevingne vielleicht noch ein bisschen was abgewinnen, die hat schließlich als einzige diesen Film nicht ernst genommen – so scheint es zumindest. Scott Eastwood als Lt. Edwards, Chef der Einheit, ist eine schlimme Fehlbesetzung, wie man es selten erlebt, und wird nur von Jared Leto als der Joker unterboten – Junge, Junge, das war schon unendlich peinlich. Auch Margot Robbie als Harley Quinn taugt allenfalls für ein paar Trailerbilder und darf ansonsten als sexualisiertes Objekt über die Leinwand laufen. Der ganze Rest ist dann auch geschenkt.

Da ist es fast schon egal, dass die Story völlig sinnfrei ist. Die Logik- und Plotlöcher sind gigantisch, Schuld daran vermutlich eine Kombination aus schwachem Drehbuch, schlechter Inszenierung und einer Fülle an filmveränderten Nachdrehs. Viele Szenen sind so unfassbar unmotiviert und in den Ablauf geworfen, dass ich mir kaum vorstellen kann, irgendjemand hätte vor Veröffentlichung wirklich mal sich den ganzen Film angeguckt.

Dazu kommen eine ganze Reihe handwerklicher Unzulänglichkeiten. Der Film sieht extrem hässlich aus – zwar nicht dieser widerliche Braunfilter aus Batman v. Superman, aber dafür unterkühlte Blau-Schwarz-Filter, wenn der Film nicht gar gänzlich im Dunkeln spielt. Sehen kann man zumindest nicht viel. Dazu sind die Actionsequenzen einfach langweilig und schlecht gemacht. Kameraarbeit ist noch halbwegs okay, der Schnitt ist allerdings eine Katastrophe und fällt vor allem durch inkonsequente Überblenden, unpassenden Längen und unnötiger Hektik auf. Dazu ist das CGI zu einem überraschend großen Teil ziemlich scheiße – vor allem der Bruder der Hexe sieht aus, als wäre er einem mittelmäßigen Fantasy-Game entsprungen. Und der Schlusskampf ist absolut lächerlich. Ah ja, natürlich gibt es den obligatorischen Lichtstrahl in den Himmel – hier bemüht man sich nicht einmal um eine Erklärung dafür.

Was noch auffällt, ist die miese Nutzung von Musik. Da wird viel versucht, künstlich ein auf cool zu machen, was aber durchgängig in die Hose geht. Die schlechte Verwendung von Musik fällt auch in anderen DCEU-Filmen auf, Suicide Squad dürfte hier aber den vorläufigen Tiefpunkt bilden.

Insgesamt ist Suicide Squad auf ganzer Linie misslungen. Er ärgert einen nicht ganz so sehr wie Batman v. Superman und geht auch schneller rum als dieser – obwohl auch Suicide Squad sich viel zu lang anfühlt. Miese Story, schlecht ausgearbeitete Charaktere, schwache Schauspielleisten, dazu allerlei weitere Probleme, was das Filmhandwerk an sich angeht, geben am Ende einen so langweiligen wie überflüssigen Film. Ich denke, Wonder Woman wird auf absehbare Zeit die positive Ausnahme im DCEU bleiben, auf Justice League habe ich jetzt zumindest wenig Lust. Suicide Squad kann man sich auf jeden Fall schon mal sparen.

Wochenrückblick 32/17

So, eine weitere Woche, in der einiges Anstand – wird sich so schnell auch nicht ändern -, aber in der auch ein bisschen mehr anderes Zeugs zustande gebracht werden konnte (immer schön, wenn sich die Verben am Satzende sammeln ;-D ).

Schreiberisch ging es nur mäßig voran, ein bisschen weiter ging es mehr oder minder nur in einer Story unter dem Arbeitstitel Die Patrone. Davon gab es 2010 oder 2011 eine erste Rohfassung, die da noch als Western-Horror-Story konzipiert war. Durch einen heftigen Bruch in der Geschichte funktionierte die Story irgendwie nicht. Dazu gab es noch mehr Problemchen. Irgendwann hatte ich dann angefangen, die Story von vorne quasi neu zu schreiben. Sie wurde verlegt aus der Westernzeit und -region in ein zeitlich und örtlich nicht näher bestimmtes Norddeutschland – der Historienbezug blieb sozusagen -, aus Matt wurde Hanno (und einige neue Charaktereigenschaften hat er auch gleich mitbekommen), die Dialoge wurden wortkarger (wer mit „Moin, Moin“ grüßt, gilt im Norden ja bereits als Schwätzer 😀 ), die Atmosphäre hat sich verändert, der Horrorpart ist nun mehr ein Gruselpart. Das Weiterschreiben war etwas zäh, aber nun bin ich zum einen über den alten Bruch drüber – den es nun nicht mehr gibt, hoffentlich -, es gibt eine Idee für den weiteren Verlauf und für das Ende (das alte war ein angefügter pseudo-metaphysischer Scheiß) und die jetzige Neufassung, die vielleicht zu einem Drittel fertig ist, dürfte bereits länger als die alte Version sein. Und ich war ganz mutig und habe die alten Reste, die noch im Skript standen, einfach mal gelöscht. War eh Mist, da kann man sich auch mal von was trennen.

Ein Schnippsel aus dem dialoglastigsten Part, ein Gespräch zwischen Hanno und seinem Nachbarn Vehmann (natürlich alles noch Rohtext):

Vehmann winkte ab. „Es geht nicht darum, dass der Köter gestorben ist, sondern wie. Und das habe ich bisher in meinem Leben noch nicht gesehen. Hat mich zehn Jahre älter gemacht.“ Er kaute auf der Unterlippe, spuckte aus. „Das Weidestück oben am Fluss. Der Köter flippte aus, jagte irgendwelchen Bisamratten hinterher. Ich ließ ihn ein Stück laufen. Die Viecher waren schwerfällig, aber machten keine Probleme. Dann drehte ich mich zu dem Hund um und sah gerade noch, wie er plötzlich in die Luft geschleudert wurde. Dachte gleich an ein wildes Tier, auch wenn keines zu sehen war. Doch der Köter landete nicht wieder, sondern schwebte eine halbe Manneslänge über dem Boden. Als würde etwas ihn festhalten.“

Themenwechsel. Gelesen habe ich zwei Bücher, die allzu häufig Schullektüre sein dürfen oder müssen. Das erste ist Die neuen Leiden des jungen W. von Ulrich Plenzdorf. Wenn man etwas freiwillig liest und nicht dazu gezwungen wird, ist das sicherlich noch mal etwas anderes – Plenzdorfs Roman war dennoch nicht wirklich meins. Als zeitgeschichtliches Dokument ist der Roman durchaus interessant, aber sonst ist die Geschichte erstaunlich banal und nervig. Die Hauptfigur erzählt munter aus seinen letzten Tagen und wie ach so rebellisch er doch war, indem er unter anderem aus Goethes Werther zitiert. Leider ist diese Figur schlicht ein arrogantes, sexistisches Arschloch – da hilft auch nicht, dass er sich selbst immer wieder als Idioten bezeichnet. Hat mich nicht erreicht.

Bei Friedrich Dürrenmatts Der Besuch der alten Dame sieht das schon deutlich anders aus. Dieses Theaterstück ist kräftig böse, durchaus zynisch und bitter-lustig. Von daher wurde alles erreicht, was man erwarten durfte. Ich mag Dürrenmatt weiterhin.

Endlich auch mal wieder Kino. Zuerst gab es Valerian – Stadt der tausend Planeten. Bunt, viele Ideen, leider aber nicht wirklich gut. Der Film tut nicht, man kann den Film auch als rein optische Erzählung durchaus angucken, aber es ändert nichts an der chaotischen Handlung und dem löchrigen Plot. Der Hauptdarsteller ist auch nicht so das Wahre, der Bösewicht liegt die meiste Zeit bewusstlos rum und auch sonst ist der Film mehr durch Ablenkung geprägt. Ich habe bereits hier eine Rezi dazu geschrieben.

Film Nummero Zwei war dann Baby Driver. Gänzlich anders als Valerian, auch deutlich besser, aber dennoch nicht völlig überzeugend. Es gibt einige interessante und gute Aspekte – die eingebaute Musik direkt in die Handlung, viele Dialoge, das Spiel zwischen Baby und die Mitglieder der Crew sowie Doc -, aber auch einige eher langweilige oder schlechte Momente – die Beziehungskiste, Probleme beim Tempo, die Autoaction. Auch dazu gibt es eine kleine Rezi von mir.

Ein weiterer Film dann im Heimkino nachgeholt, und zwar ein deutsch-österreichischer Film: Die Wand. Gemeint ist die Verfilmung von Marlen Haushofers gleichnamigen Roman. Die Geschichte dreht sich um eine Frau, die in den österreichischen Bergen durch eine unsichtbare Wand auf das Gebiet rund um eine Jagdhütte eingeschränkt wird und überleben muss. Sie schreibt irgendwann ihre Geschichte auf und diese wird dann bis zum Zeitpunkt der Aufzeichnung in Rückblenden erzählt – und das ausgesprochen gut. Ein interessanter, hervorragend inszenierter und gespielter Film. Sollte man sich nicht angucken, wenn man depressiv ist. Ist was für den Kopp.

Ein anderer schwieriger Film war Only Lovers Left Alive. Das Ganze dreht sich um zwei Vampire – Adam und Eve -, die mehr oder minder melancholisch durch ihr unsterbliches Dasein gehen. Der Film ist sicherlich kein typischer Vampirfilm, es ist ein … hmm … eigentlich habe ich nicht den blassesten Schimmer, was das für ein Film sein soll. Adam ist eigentlich eher der Dreh- und Angelpunkt, ein Musiker mit Todessehnsucht (die dann doch nicht so groß ist), dessen Musik in Underground-Kreisen bekannt wird. Er selbst lebt in Detroit, die Kulisse ist auch dadurch fast schon dystopisch. So eine richtige Story im eigentlichen Sinne gibt es nicht. Ich habe allerdings auch nicht den Eindruck, dass eine Handlung hier das Ziel war. Tilda Swinton und Tom Hiddleston machen ihre Sache auf jeden Fall hervorragend. Was ich von dem Film halten soll, weiß ich aber noch nicht so recht. High-Concept-Horror ist meist recht interessant, dieser Film ist aber irgendwas anderes.

Eine weitere Folge How to get away with murder. Die ist wieder ordentlich, allerdings fast schon betont unspektakulär. Irgendwie passiert nicht viel Neues, ich denke mal, nach dieser Staffel muss man sich schon mehr einfallen lassen. Es gibt immerhin zwei Spannungselemente, die diese Staffel tragen und scheinbar auch gut eingepflegt werden. Das wird in dieser Folge etwas deutlicher.

Wieder mit einer spannenden Folge, unter anderem mit Horror-Clowns, hat Profiling Paris geboten. Sie hat nun die Neue im Hauptcast voll einbezogen und das Fahrwasser der vorherigen Fälle erreicht. Immer ein bisschen überzeichnet, immer ein bisschen überdreht, aber auch immer spannend und interessant. Na ja, und ein Humorversuch, der Geschmackssache bleibt.

Ein ebenfalls wieder sehr interessanter Fall gab es bei Die Toten von Turin. Diesmal wurde die Geschichte ein bisschen anders aufgezogen, zu einem Mordfall wird es erst in der zweiten Folge der Doppelfolge (die immer einen Fall bildet). Aber weiterhin hohes Niveau.

Damit Schluss für heute.

Ein Baby am Steuer

Eine Rezension zu Baby Driver

Edgar Wright ist einer der interessantesten Regisseure und Drehbuchautor, die zurzeit arbeiten. Shaun of the Dead, Hot Fuzz oder auch Scott Pilgrim waren Beispiele für grandiose, frische und unterhaltsame Filme in den letzten Jahren. Nun bringt er mit Baby Driver endlich wieder einen Film ins Kino.

Baby ist ein junger Mann, der als der beste Fluchtfahrer in Atlanta gilt. Er hat schon mit verschiedenen Crews zusammengearbeitet, immer unter der Riege von Doc. Um die letzten Schulden bei Doc abzubezahlen, muss Baby noch einmal den Fluchtwagen fahren – danach soll Schluss sein. Dafür hat er noch einen weiteren guten Grund: Die Kellnerin Debora, mit der er anbandelt. Der letzte Coup gelingt und Baby und Debora gehen die gemeinsame Zeit an. Doch Doc tritt schnell wieder auf den Plan – der letzte Coup, um die Schulden zu zahlen, bedeutet noch lange nicht den Ausstieg von Baby.

Baby Driver ist mehr Zitatekino als ein Film mit einer wirklich originären Story. Das muss an sich nichts Schlechtes bedeuten, denn Wright hat sich oft an betimmte Genres und Filme angelehnt, um sein eigenes Ding daraus zu machen. Das erkennt man auch deutlich hier, wenn beispielsweise die Musik eine deutliche, eigenständige Rolle im Film spielt. Allerdings ist der Film in seinen erzählenden Elementen und Dialoge auch erstaunlich unausgeglichen, was die Qualität angeht. Insbesondere in der ersten halben Stunde ist der Film immer wieder erstaunlich langweilig.

Das liegt weniger an den Charakteren, die durchaus gut geglückt sind, sondern an dem Spiel der Charakteren untereinander. Zwischen Baby und Debora mag man die Beziehung noch glauben – auch wenn das Ganze etwas seltsam abläuft zwischen ihnen -, dennoch sind die Szenen mit Ihnen zumeist eher belanglos und Lückenfüller. Mit den anderen Figuren sieht das meist deutlich anders aus, da ist einfach alles viel dynamischer. Nur Docs Entscheidung am Ende ist nicht wirklich nachvollziehbar. So haben wir ein Gemisch aus sehr starken Szenen und einigen recht schwachen oder langweiligen Momenten.

Wie erwähnt, die Figuren sind an sich ganz ordentlich geworden und auch schauspielerisch gibt es wenig auszusetzen. Ansel Elgort als Baby macht seine Sache ganz gut, aber wirklich bemerkenswert ist er letztlich auch nicht. Lily James als Debora hat nicht wirklich viele Momente, in denen sie sich auszeichnen kann. Die anderen Darsteller sind schon etwas interessanter. Jon Hamm allen voran macht eine wirklich gute Figur, Kevin Spacey geht natürlich auch immer und Jamie Foxx ist auch wirklich gut als durchgeknallter Gangster. Von den übrigen kennt man auch den ein oder anderen, meistens haben diese aber nur kurze Auftritte.

Inszenatorisch ist der Film erkennbar ein Edgar-Wright-Film – was meist etwas Gutes heißt. Die Regie ist auch sehr gut, gerade zu erkennen an dem Einbringen der Musik als maßgebliches Handlungselement. Die Actionszenen sind meist erstaunlich unoriginell – da war ich schon ein wenig überrascht. Gegen Ende wird es dann ein bisschen blutiger und interessanterweise die Action auch etwas besser. Dass gerade die Autoszenen so wenig hergeben, ist aber schon etwas fad.

Ansonsten gibt es handwerklich wenig zu bemängeln. Schnitt und Kameraarbeit sind ordentlich – aber auch hier nicht besonders mutig -, viele Szenen lehnen sich an filmische Vorbilder an – sehr sichtbar. Das ist auch ein Punkt, der in anderen Wright-Filmen deutlich besser gelungen ist.

Insgesamt ist Baby Driver ein ganz ordentlicher Film geworden, der aber einige schwächere Elemente beinhaltet und im Übrigen nicht so originell und interessant ist, wie er hätte sein können. Die Idee mit dem Einbringen der Musik ist noch der Punkt, der am interessantesten daherkommt – das wird einige sicherlich ansprechender finden als ich es tat. Durchaus zu empfehlen am Ende, da es sicherlich einige Leute geben wird, die Baby Driver mehr schätzen werden.

 

Valerian – Der Film der 1000 Plotlöcher

Eine Rezension zu Valerian – Stadt der Tausend Planeten

Luc Besson ist ein Regisseur und Filmemacher allgemein, der immer wieder seine Ausflüge ins SF-Genre gemacht hat. Sein bester Film ist zwar ein Nicht-SF-Streifen (Léon – Der Profi), aber beispielsweise Das 5. Element war sehr spaßig und auch Lucy konnte man noch das ein oder andere abgewinnen. Dass Besson im Laufe der Jahre nachgelassen hat, ist allerdings nicht unbedingt das beste Zeichen. Valerian klang dennoch interessant genug, um mal einen Blick drauf zu werfen.

Der Film startet mit der Entwicklung der Stadt Alpha, die im Kern die ISS war und nun eine unübersichtliche Stadt im Magellan-Nebel. Eine weitere Vorgeschichte wird mit den Pearls erzählt, die eine Katastrophe dahinraffte – scheinbar die ganze Spezies. Wie sich im Laufe einer Mission von Valerian und Laureline – Angehörige des Militärs – herausstellt, ist das so nicht ganz richtig. Nachdem sie ein einmaliges Lebenwesen auf den Planeten Kyrion einigen Bösewichten abgeluchst haben, wird es zurück auf Alpha nicht weniger aufregend: Eine radioaktive Zone hat sich mitten auf der Station gebildet, dazu gibt es um das einmalige Tierchen noch reichlich Probleme und irgendwie hängt alles zusammen.

Hui, das hört sich fast nach einer ordentlichen Story an. Aber der Story-Part gehört zu den größten Problemen, die Valerian mit sich rumschleppen muss. Mit der Entwicklung von Alpha und der Vorgeschichte zu den Pearls hat der Film im Grunde gleich zwei Prologe, wovon insbesondere der zweite schon reichlich in die Länge gezogen wird. Erst danach geht es erst so richtig in die eigentliche Handlung – dieser Einstieg ist relativ ordentlich gemacht, wenngleich er natürlich nur dazu dienst, einen McGuffin in die Show zu bringen.

Allerdings wird auch hier schnell klar, wie überfrachtet dieser Film ist. Es gibt jede Menge bunter Bilder, viele tolle Ideen, aber alles ist so häppchenweise und verbindet sich nicht zu einem großen Ganzen. Tatsächlich bleibt die Kernstory meilenweit hinter all dem zurück, die Handlungen nehmen teils so abstruse Umwege, dass das eigentliche Handlungselement völlig verschwindet. Der Hauptplot ist dazu auch noch reichlich banal und oft gesehen. Überraschen kann hier am Ende nichts.

Durch die ganzen Ablenkungen und Schwenker quer durch den ganzen Film entstehen natürlich auch ziemliche Plotlöcher. Charaktermotivationen, Handlungen, überhaupt das Voranschreiten der Geschichte ist einfach kaum nachvollziehbar, sprunghaft und inkonsistent. Charaktere wissen einfach Dinge, wenn es dem Plot dient, technische Dinge funktionieren nicht oder doch, wenn es dem Plot dient – hier stehen die Schauwerte klar im Fokus und nicht die Charaktere oder die Story.

Da ist es dann auch kein Wunder mehr, wenn es nicht nur bei den Figuren hakt, sondern diese Figuren einige ganz schlimme Dialogzeilen von sich geben müssen. Das ist nicht durchgängig schlecht und wird von den Schauspielern auch unterschiedlich gut gemeistert, aber Besson war mit seinem Drehbuch nicht immer voll dabei, so mein Eindruck. Kaum zu erklären, wie es beispielsweise eine der schlechtesten pathetischen Sterbeszenen in diesen Film geschafft hat – brrr ganz furchtbar.

Schauspielerisch bleibt der Film dann leider auch hinter den Möglichkeiten zurück. Während Cara Delevigne als Laureline noch halbwegs eine passable Figur abgibt, ist Dane DeHaan als titelgebenden Held Valerian völlig überfordert. Ihm nimmt man sein Heldentum so gar nicht ab. Von den anderen Darstellern braucht man eigentlich nicht viele erwähnen, Clive Owen als Bösewicht taucht zu zwei Dritteln im Film gar nicht auf – spricht auch nicht für einen guten Handlungsbogen. Es gibt auch noch Rihanna im Film. Mehr ist dazu auch nicht zu sagen.

Das klingt jetzt alles sehr negativ, letztlich tut Valerian auch nicht weh beim Zuschauen und richtig gelangweilt hat er auch nicht. Die bunte Welt bietet dafür einfach zu viele Schauwerte, auch wenn es manchmal in eine Grafikdemo abrutscht – und deswegen wohl schlecht altern wird. Handwerklich kann man dem Film dann auch – abgesehen von der Inszenierung – wenig vorwerfen. Die visuellen Effekte stehen hier im Vordergrund, sind auch sehr ordentlich, das 3D ist nett, muss aber nicht, die Kameraarbeit ist auch soweit in Ordnung und überhaupt in Designfragen steht der Film auf hohem Niveau. Schnitt ist ordentlich, Actionsequenzen sind okay, aber letztlich auch nicht weiter bemerkenswert.

Insgesamt ist Valerian ein hübsch anzuschauender, aber nicht weiter bemerkenswerte Film. Nicht vorhandener Plot mit unedlichen Abschweifungen und der fehlgecasteter Hauptdarsteller sind die größten Schwächen. Gut ist der Streifen sicherlich nicht, kann man sich aber geben, wenn man gerade nichts anderes vorhat. Allerdings laufen zurzeit auch deutlich interessantere Alternativen. Letztlich keine Empfehlung von mir, wem der Trailer zusagt, kann vielleicht einen Blick riskieren Zu viel erwarten sollte man sicher nicht.

Wochenrückblick 31/17

Auch auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: Die Woche ging wieder schnell rum. Einen kleinen Roman angefangen zu lesen, dazu dann aber nächste Woche mehr. Selbst geschrieben habe ich relativ wenig. Ziemlich sicher aber auch hier nächste Woche mehr.

Kino war ich länger nicht mehr – und auch da sicher nächste Woche wieder mehr. Einen kleinen deutschen TV-Film gab es aber: Mörder auf Amrum. Die beiden Inselpolizisten werden in eine Auseinandersetzung mit Auftragsmördern gezogen. Zwei BKA-Beamte, die eine Zeugin schützen, sterben schnell, und nun müssen die beiden – mit Unterstützung einiger anderer Inselbewohner – die Zeugin schützen. Das ist am Ende ein hübsche Mischung aus Krimi / Thriller und trockenem Humor geworden.

Nun auch die restlichen Folgen der zehnteiligen Serie Jordskott gesehen. Die schwedische Mischung aus Krimi und Mystery / Fantasy ist teilweise richtig stark und durchgängig gut gemacht. Es gibt kleinere Logikproblemchen durch die Serie hindurch, aber das sind Kleinigkeiten. Kann man defintiv empfehlen.

Sogar bei noch einer Folge Pure Genius hängen geblieben – möglicherweise wird es für mich die letzte sein. Die Qualität ist in der dritten Episode weiter nach unten gegangen, es gibt jeweils zwei Storylines, die zudem mit irgendwelchem persönlichen Kram angereichert wird. Außerdem scheint es gar nicht die dritte Folge gewesen zu sein – zumindest scheint was zu fehlen. Ist aber auch egal, vermutlich bin ich ohnehin raus.

How to get away with murder hat seine Abwärtsspirale in der dritten Staffel vorläufig ein wenig gestoppt. Das erste Drittel der Folge war sehr ordentlich, das zweite Drittel ziemlich schwach, zum Ende hin fängt sich die Episode aber wieder. Kann man weitermachen, tut nicht weh, das heute kein Schwein mehr von der Serie redet, überrascht jetzt aber auch nicht.

Trotz Wechsel im Hauptcast kann Profiling Paris seine Qualität halten – und die ist meiner Meinung nach sehr hoch. Eine weitere starke Folge in einer ohnehin starken Serie. Kein Minuspunkt, aber diesmal in ein, zwei Szenen aufgefallen: eine deutsche Synchro für eine französische Serie ist wohl eine Herausforderung.

Und eine weitere Doppelfolge von Die Toten von Turin. Eine italienische Krimiserie, die einen Fall immer in Doppelfolge abhandelt – ist ein wenig seltsam, aber nun gut. Eine gute Serie ist es dennoch und so auch dieser Fall. Europäische Serien können sehr wohl mal was.

Auf in die nächste Woche.

Wochenrückblick 30/17

So, der Juli ist nun auch rum. Wieder einiges zu tun in der letzten Woche, aber das schadet ja auch nicht. Gelesen habe ich in der Woche wieder nicht so viel. Einen Roman angefangen, aber kurz darauf wieder abgebrochen. Das hab ich ewig nicht mehr gemacht.

Dafür diesmal ein bisschen mehr mit den eigenen Storys beschäftigt. Die Alternate History-Retro-Cyberpunk-Geschichte unter dem Arbeitstitel Rebecca wurde nicht nur fertig, sondern durfte eineinhalb Überarbeitungsrunden über sich ergehen lassen. Frankfurt 1957: Atomkraftgetriebene Züge, Datenzentren mit räumegroßen Zentralrechnern, ein Mann mit einer Mission gegen den militärisch-industriellen Komplex, der einer Frau namens Rebecca begegnet.

Drei weitere Storys wurden aus dem Keller mal wieder ans Licht gezerrt und auf Reisen geschickt, die ein oder andere habe ich vielleicht mal erwähnt. In Achtartig suchen zwei spinnenartige Wesen ein entflohenes Forschungsobjekt – so ein seltsames Wesen mit aufrechtem Gang, das so schnell kaputt geht -, bevor sie Ärger mit ihrem Chef bekommen. Schließlich hätten sie aufpassen und nicht Kartenspielen gehen sollen. In Zonenkinder entschließen sich vier Kids, in eine zombieverseuchte Zone einzudringen – zum Spaß und um ein Andenken zu finden, eine von ihnen hat jedoch noch einen ganz anderen Gedanken dabei. In Kontrollverlust möchte Sammy endlich mal aus der totalen medizinischen Überwachung seiner Krankenversicherung ausbrechen.

Themenwechsel. Eine weitere neue Serie angefangen: Jordskott. Eine schwedische Serie, eine Mischung aus Krimi, Thriller und Mystery – der übernatürliche Einschlag wird sehr schnell deutlich. Die ersten drei Folgen waren sehr ordentlich, die Story ist interessant, die Charaktere manchmal ein bisschen unglaubwürdig im Verhalten, aber das ist nur ein kleiner Kritikpunkt.

Auch noch die zweite Folge von Pure Genius gesehen und sie ist tatsächlich etwas schwächer als der Pilot, aber dennoch ganz ordentlich. Wie befürchtet, bekommt das SF-Element eher so etwas wie ein Gimmick und da man nie einschätzen kann, ob nicht plötzlich in fünf Minuten eine Lösung für deren medizinisches Problem aus dem Hut gezaubert wird. Ein echtes Gefühl für Spannung kommt so nur bedingt auf.

Ebenfalls eine weitere Folge von How to get away with murder. Die war relativ schwach und erinnerte teilweise unangenehm an eine Soap Opera. Die Serie hat diese Elemente, es ist ein Bestandteil der Serie, aber normalerweise besser untergemischt. Hier hat’s mehr genervt.

Und noch mal eine weitere aktuelle Folge, und zwar von Profiling Paris. Knüpft direkt an die erste Folge der Staffel an – kann man wohl als Doppelfolge verstehen, wie sie sonst eher am Staffelende vorkommt – und ist ein weiteres Mal richtig gut. Am Ende geht eine der Hauptfiguren, immerhin stirbt diesmal aber niemand. Hm, wie ungewöhnlich.

Auf in den August.

Wochenrückblick 29/17

Die Woche ging ja auch mal wieder schnell rum. Der Ludlum aus den letzten Wochen hat mich geschafft, es gab eine kleine Lesepause. Dafür ein bisschen schreiberisch vorangekommen, wenn auch nicht viel zu erzählen. Ein aktuelles Projekt trägt den Arbeitstitel Rebecca und geht so in die Richtung History Punk – oder wie man das gerne bezeichnen möchte. Vielleicht in einem anderen Wochenrückblick mehr, wenn mehr von der Geschichte steht.

Weitere Sichtung eines deutschen Films: Am Ruder. Unter anderem mit Wotan Wilke Möhring. Michael hat einen unangehmen Banktermin kurz vor Geschäftsschluss: Über seine reiche – und untreue – Frau bekommt er den Kredit für sein Fitnessstudio, das kurz vor der Pleite steht. Doch da wird die Bank überfallen und er als Geisel genommen. Es folgt dann ein teils skuriler, teils recht schwarzhumoriger und bitterer Film um ihn und die Bankräuberin. Zwischendrin vielleicht ein bisschen zu überdreht, aber das Ende …. das ist durchaus böse und entschädigt. Insbesondere für einen Fernsehfilm ist das mehr als ordentliche Kost. Eine weitere Bestätigung, dass es sie doch gibt, die guten deutschen Filme.

Und da kann man glatt einen weiteren deutschen Film ausprobieren: Rammbock. Ein deutscher Zombiefilm, spielt in Berlin in einem Wohnblock, wo ein paar Vereinzelte einer ausgebrochenen Zombieepidemie trotzen müssen. In knackigen 60 Minuten zeigt der Film mehr kammerspielartig den Umgang mit einer solchen beginnenden Zombie-Apocalypse auf. Das Ende ist eher Geschmackssache, ist aber unterm Strich ein interessanter und ordentlicher Film geworden. Übrigens auch keineswegs trashig – Brutalität ist zwischendurch drin, aber dezent, die Produktionswerte und das Make-up sind durchaus gut gelungen.

Per Zufall habe ich die erste Folge von Pure Genius gesehen. Im Normalfall interessieren mit Krankenhausserien nicht sonderlich (obwohl ich zumindest aus den ersten Staffeln Dr. House kenne), aber hier ist ein große Portion SF mit drin. Die Pilotfolge ist zumindest überraschend interessant gewesen – ich befürchte allerdings, dass das Niveau nicht ganz gehalten wird, da es auch im Pilot schon so ein paar schräge Momente gab. Aber mal abwarten.

Neu ausprobiert habe ich zudem die Serie From Dusk Till Dawn. Die erste Folge ist im Wesentlichen eine Erweiterung der Szene in Benny’s World of Liquor, angereichert mit einigen Punkten, beispielsweise gibt es eine Szene vorangeschaltet, die den Vampirkram schon mal einführt – überhaupt wird viel bereits in die Richtung gedrückt. Gilt dann auch für die zweite Folge, die zumeist für weitere Charaktereinführungen herhält, unter anderem unsere wohnmobilreisende Ex-Pastor-Familie. Irgendwie ist es bislang etwas wirr, wenn man einige Szenen aus dem Film nachspielt, in anderen Bereichen aber recht stark abweicht. Und man, sind die Schauspieler drei Ligen schlechter als im Film – das gilt selbst für die Rolle von Quentin Tarantino. So richtig überzeugend ist es bisher nicht, aber vielleicht guck ich trotzdem weiter – die erste Staffel ist nicht besonders lang. Aber eigentlich habe ich jetzt mehr Lust, den Film mal wieder zu sehen.

Eine weitere durchaus überraschend solide Folge von How to get away with murder. Ging in der Folge ein bisschen zu sehr hin und her zwischen allen Figuren, sodass der Aufhängerfall für diese Folge ein bisschen kurz kam. Dennoch kann die dritte Staffel ein ordentliches Niveau erst mal halten.

Profiling Paris (aka Profilage) ist mit dem Start der siebten Staffel zurück und geht gleich mal wieder gut ab. Ich mag diese Serie einfach, sie ist im richtigen Maße überzeichnet, ernst und lustig und scheut sich auch nicht vor krassen Wendungen und Themen. Dass das nicht immer so ganz realistisch ist, macht dann auch nichts. Auf jeden Fall wieder ein starker Auftakt.

Schluss für heute.

Halbbruder in Weiß ist ein Titan

So, auch das ging schneller als erwartet und außerdem sollte ich meine Mails mal ordentlich lesen. Seit Anfang des Monats als Ebook und in wenigen Tagen auch als Print gibt es die neue Science Fiction Collection aus dem Hause Verlag für moderne Phantastik. Ich hatte es schon mal angekündigt, aber der Veröffentlichungstermin ist nun nach vorne gerückt. Die Anthologie trägt den Titel Meuterei auf Titan und enthält SF-Geschichten einer ganzen Reihe geschätzter Kolleginnen und Kollegen.

Umso mehr ist es mir eine Freude, in der diesjährigen Ausgabe dabei sein zu dürfen. Meine Story Halbbruder in Weiß spielt zwar nicht auf Titan, gemeutert wird im eigentlichen Sinne auch nicht – obwohl … Eine kräftige Portion Social Fiction ist drin und sie ist ein bisschen länger geraten, für meine Verhältnisse. Obwohl ich das in den letzten Monaten auch immer öfter sage.

Ein kleiner, harmloser Einblick:

Sie gingen in den Flur mit den separaten Lernräumen, Überbleibsel ehemaliger Klassenzimmer vor der baulichen, methodischen und organisatorischen Umstrukturierung der Schule. Tobey hatte viel von der Schulzeit seiner Eltern erzählt bekommen. Er konnte sich kaum vorstellen, wie das funktioniert hatte, eine feste Gruppe von Kindern als Klasse, einzelne Schulfächer, ein Lehrer, der alles vormachte.

»Welchen willst du?« Iven hatte wieder aufgeschlossen.

»Der letzte ist der beste.« Tobey steuerte auf die letzte Tür auf der linken Seite zu. Ohne Umschweife knallte er die Klinke runter und riss die Tür auf. Ein Dutzend Augenpaare – zwei Lehrer, zehn Schüler – richteten sich auf ihn. Er war direkt in eine Förderstunde gelaufen.

Schnell machte er Sean aus, der ihn anlächelte. Gerade noch konnte Tobey sich ein Zusammenzucken und Schütteln verkneifen. Mit einem gemurmelten »Entschuldigung« schloss er die Tür wieder.

»Wusste gar nicht, dass so früh schon Stunden von denen sind«, kommentierte Iven.

Tobey schenkte ihm einen weiteren bösen Blick. »Gehen wir wieder runter!«

Die beiden Halbbrüder Tobey und Sean sind sich nicht so ganz grün – zumindest von der einen Seite aus. Da kommt man schon mal auf dumme Ideen.

Die fette Anthologie (ganze 620 Seiten sind es geworden) gibt es je nach Wunsch als Ebook oder im Print (in Kürze). Auf obiger Verlagsseite gibt es ein paar Infos, mehr noch aber in den Social-Media-Kanälen des Verlags. Zu bekommen ist das Ganze beispielsweise bei Amazon. Dort kann man auch einen Blick ins Buch werfen.

Daten:

Meuterei auf Titan – 2016 Collection of Science Fiction Stories

Peggy Weber-Gehrke (Hrsg.)

Verlag für moderne Phantastik, Juli/August 2017

ISBN: 978-3981875201

ASIN: B071YSS1MD

ca. 620 S. (Print), EUR 3,99 (Ebook), EUR 18,00 (Print)

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