Wochenrückblick 20/17

Krank, bäh. Punktlich, wenn es hübsch warm wird draußen. Schreiberisch ging es nicht wesentlich weiter als eine kleine Bestandsaufnahme, die mal wieder so ein bisschen notwendig war. Es geht auch darum, was über den Sommer so geplant werden muss und soll. Und die Nachricht, dass es demnächst mal wieder was an die Öffentlichkeit schafft. Yay! Dazu dann zu gegebener Zeit mehr.

Einen Roman gab es in der Woche auch wieder, und zwar Virus von Dustin Thomason. Einer der SF-Thriller, die im Zuge der Maya-2012-Ende-der-Welt-Nummer aufgetaucht sind, denn darum dreht es sich auch. Pünktlich zum Ende des Maya-Kalenders bricht in L. A. eine seltsame Krankheit aus, bei der die Infizierten durch Insomnie sterben. Es gibt noch einen Part, der sich auf die Entschlüsselung eines Maya-Kodex bezieht. Somit ist ein bisschen SF drin, mehr Thriller und unterm Strich haben wir einen überraschend soliden Roman. Hat mir gute Unterhaltung geboten, somit war ich zufrieden. Anzumerken: Wie schon beim Eschbach letzte Woche ist die Inhaltsangabe auf dem Buchrücken nicht zu gebrauchen – dazu ergibt der deutsche Titel keinen Sinn. Im Roman wird eindeutig gesagt, dass es sich nicht um einen Virus handelt – tatsächlich wird der medizinische Hintergrund sehr glaubhaft dargestellt und nicht mit irgendeinem dummen Virus. Im Original heißt der Roman dann auch einfach 12.21 – nach dem Datum, an dem der Maya-Kalender endet. Diese Schlampereien tauchen bei Bastei-Lübbe immer wieder auf – eigentlich unnötig.

Seinerzeit nicht im Kino gesehen, nun nachgeholt: Captain Phillips. Einer der mittlerweile zahllosen Filme, in denen Tom Hanks eine reale Person aus jüngerer Vergangenheit spielt. Wie nah an der realen Geschichte die ganze Sache ist, weiß ich nicht, ist auch eher nachrangig, der Film wirkt allerdings nicht ganz konsistent in sich selbst. Schauspielerisch sehr gut, sind andere Parts aber nicht so stark – das Drehbuch zum Beispiel. Zudem ist der Film mit Sicherheit eine halbe Stunde zu lang. Insgesamt ein Film, den man mal gucken kann, aber man verpasst auch nichts.

Nun aber mal wieder richtigen Trash: Red Dead Rotting Hood. The Asylum schlägt wieder zu. Großmutter (Diana Troy aus Star Trek TNG) bringt Samantha (unser „Rotkäppchen“) um, indem sie einen Wolf auf sie hetzt, und anschließend tötet Großmutter sich selbst. Sinn und Zweck: Großmutter ist die Hüterin des Waldes, es ist aber an der Zeit, ihre magische Kraft weiterzugeben. Dafür muss die Enkelin sterben und wieder auferstehen (is ja logisch, ne). Wird auch höchste Zeit, denn das Örtchen Stillwater, das gleich neben dem Wald liegt, wird von seltsamen Wölfen angegriffen (ja, sind noch andere … oder so). Sam könnte die Einwohner retten – so als Untote mit Fangzähnen und Krallen -, aber sie hat den roten Umhang und ihr Schwert im Grab gelassen. Dauert ein bisschen, bis ihr Freund die Nummer rausfindet. Da ist es schon fast zu spät. Fast. Ich finde ja, diese knappe Inhaltsangabe sagt alles zum Film aus, was man wissen muss – und auch die Qualität leitet sich direkt daraus ab. 😀 Die großen Studios sollten allerdings aufpassen: Dieser Streifen ist dennoch qualitativ nur wenig hinter dem Standard-Horror-Slasher-Einheitskram, den die großen Studios jedes Jahr ins Kino schmeißen. Bedenklich. Die deutsche Synchro ist leider auch noch unterirdisch, aber nun gut.

Ein Klassiker, remastered, uncut, OmU: Rosso – Farbe des Todes. Einer der Genremeilensteine des Giallo, dieses manchmal etwas wild anmutenden Mixes aus hartem Thriller, Komödie und dramatischen Elementen, wie sie hauptsächlich in Italien in den 1970ern und 1980ern produziert wurden – die Anfänge dieses Genres haben dann amerikanisiert den Slasher mithervorgebracht. Atmosphäre und Bildsprache, einschließlich viel Symbolik, sind im Grunde das Hauptelement, das diese Art Filme ausmacht, und so ist es auch bei Rosso – Farbe des Todes. Dario Argentos Film aus Mitte der 1970er genießt heute einen gewissen Kultstatus, was ja manchmal auch eher verdächtig wirken kann. Aber ich war durchaus angetan von dem Film, der mit mehr als zwei Stunden Laufzeit zwar ein bisschen lang geraten ist (auch weil sich der Film immer wieder kleine Auszeiten nimmt), aber tatsächlich voller obskurer Elemente und Ideen steckt, und zudem erstaunlich wenig angestaubt wirkt. Bildsprache und Kameraarbeit ist richtig stark, bei den anderen Sachen muss man ein wenig Kompromisse machen. Interessant ist zudem die Musikuntermalung, die zum Teil in den Plot integriert wird.

Und noch mal was anderes: A Better Tomorrow (2010). Ein südkoreanischer Film, der so ein bisschen Familiendrama ist, ein bisschen Action-Gangster-Film und wahrscheinlich noch mehr. Das ist auch so ziemlich das Problem. Der Film ist ein Remake von John Woos Klassiker Cry Wolf (aka A Better Tomorrow) aus dem Jahr 1986, aber trotz sehr ähnlicher Handlung und ähnlicher Figuren besteht ein himmelweiter Unterschied. Cry Wolf ist ein Actionfilm der allerfeinsten Sorte, der mit einer interessanten Figurenkonstellation angereichert war. Die südkoreanische Variante stellt das Verhältnis der beiden Brüder in den Fokus – und zu zwei weiteren Figuren – und weiß nicht so recht etwas damit anzufangen. Insbesondere die erste halbe Stunde ist ziemlich wirr, danach ist man verblüfft, dass so viel Tamtam um so eine einfache Story gemacht wird. Auch die Actionsequenzen können nicht ansatzweise mit dem Original mithalten, obwohl hier der Film mehr draus macht als mit seinen anderen Komponenten. Leider ziemlich langweilig unterm Strich.

Ach, wenn wir schon bei südkoreanischen Filmen sind, kann es gleich noch einen geben: New World – Zwischen den Fronten. Ebenfalls organisiertes Verbrechen, verschiedene Figuren, Verrat, Polizeispitzel, Korruption … Und zu meiner Beruhigung, habe ich mich richtig erinnert, dass die Koreaner auch gute Filme machen. Der hier ist ein sehr ruhiger und sehr starker Thriller. Clever inszeniert und gut gespielt – definitiv ein Blick wert.

Bei den Toten von Turin gab es wieder einen Fall – erzählt in zwei Episoden -, der ein paar Irrungen und Wirrungen zu bieten hatte. Ein Teil lief als konventioneller Krimi ab, ein Teil eher nicht. Das macht die Serie aber interessanter. Vor allem im Tempo unterscheidet sich diese Serie aber schon von den üblichen US-Produktionen – durchaus positiv zu werden, da mit dem Mehr an Zeit meist sinnvolle Dinge angestellt werden.

Bei Ransom ging es diesmal um (Beute-) Kunst, einen autistischen Restaurator und die unliebsame Erkenntnis meinerseits, dass in dieser Folge die unsympathischen Seiten einiger Charaktere unfreiwillig zum Tragen kommen. Der Fall selbst war okay, die Folge aber dennoch irgendwie nicht so gut. Hm, vielleicht steig ich doch noch aus.

Blindspot wieder mit einer actionreicheren Folge, dazu werden ein paar lose Fäden aufgegriffen und der Hauptplot ein wenig weitergetrieben. Ein Twist zeichnet sich bereits ab, ohne Jamie Alexander würde schauspielerisch weiter nix gehen, insgesamt dümpelt die Staffel dann doch schon ein bisschen zu sehr einfach so dahin.

Dexter schreitet so langsam Richtung Serienfinale. Eine Folge war dazwischen, die ziemlich chaotisch war, die epsiodenhafte Erzählung hat man mittlerweile gänzlich aufgegeben, aber das macht nun auch nichts mehr. Weiterhin eine mehr als ordentliche Serie.

Hmmm … Ich guck zu viel in die Röhre – ‚tschuldigung auf den Flachbild. So ’ne Woche muss es auch mal geben.

Wochenrückblick 19/17

Einmal mehr nicht das geschafft, was eigentlich alles hätte geschafft sein sollen. Oder so ähnlich. Geschrieben wurde nicht viel, d.h. zumindest nicht viel an der überhand nehmenden Zahl an Storys. Ein paar andere Dinge dafür mehr.

So, nun auch endlich mal einen Roman von Andreas Eschbach gelesen (bisher waren es nur Kurzgeschichten). In diesem Fall Ein König für Deutschland. Eine interessante Idee und jede Menge unsympathische und klischeestrotzende Figuren. Was schwerer wiegt, weiß ich noch nicht so recht. Nun, es gab einige Dinge, die ich an dem Roman gut fand, allerdings auch einiges, was mich gestört hat. Es wird dieses Jahr nicht der schlechteste Roman sein, den ich gelesen haben werde, aber defintiv auch nicht der beste. Und meine Begeisterung, weitere Eschbach-Romane lesen zu wollen, ist nun auch gedämpft. Mal gucken.

Im Kino gab es Get Out. Der Titel ist nicht so optimal, wie ich finde, das macht der Film aber deutlich wieder wett. Ein richtig guter Psycho-Thriller mit einigen Horrorelementen. Man sollte über einige Aspekte der Story wohl nicht zu stark nachdenken, dann drängen schnell ein paar Plotlöcher nach vorn, dafür ist der soziale Kommentar sehr, sehr fein in den Film eingepflegt. Interessante Figuren, gute Schauspieler, sehr stark inszeniert, tolle Kameraarbeit – sollte ein Blick wert sein.

Aus der Kategorie nachgeholt: Captain America – The Return of the First Avenger. Den zweiten Teil habe ich seinerzeit im Kino ignoriert, vor allem, weil der erste Teil so schwach war. Nun also den zweiten nachgeholt, auch weil der dritte Captain America-Film mehr als ordentlich war. Der zweite Teil ordnet sich dann auch dazwischen ein. Gut ist der allerdings nicht – er ist viel zu beliebig und schlicht langweilig. Alles viel zu brav, alles viel zu vorhersehbar, alles strikt nach Muster. Warum der von vielen so gelobt wird, kann ich keine Spur nachvollziehen.

Und noch ein Filmchen aus der Kategorie Trash, wobei es überraschend wenig trashig zuging: Space Battleship Yamato. Ein japanischer SF-Film rund um eine Alien-Invasion, radioaktiv verseuchter Erde, einer Rettungsmission mit dem Raumschiff Yamato (angelehnt an das japanische Kriegsschiff im 2. Weltkrieg) und noch Kram darüber hinaus. Die Story hat ein paar Problemchen und die deutlich über zwei Stunden Laufzeit werden nicht immer sinnig ausgefüllt, aber insgesamt ein überraschend solider Film. Effekte sind natürlich unterdurchschnittlich, aber nicht wirklich richtig übel, die großen dramatischen Reden sind geradezu lächerlich kitschig und in die Länge gezogen, unterm Strich aber ein durchaus guckbarer Film, wenn man mit den richtigen Erwartungen herangeht.

Einmal mehr eine neue Serie angetestete, diesmal eine italienische Krimiserie: Die Toten von Turin mit deutschem Titel. Eine Doppelfolge zum Start mit einem kniffligen Fall – toter Teenager, seltsame Erwachsene im Umfeld einschließlich in der eigenen Familie, eine gereizte Komissarin. Sehr langsam erzählt, Charaktere kommen noch nicht alle voll raus, die Komissarin ist aber interessant, der Fall war es auch, also ein durchaus ordentlicher Start.

Bekannte Crime-Serien: Blindspot weiter in seiner ordentlichen Linie; Motive bleibt mein kleiner, heimlicher Favorit mit tatsächlich wieder einer Folge, die ein bisschen Abwechslung reinbringt (und Alexis Bledel als Mörderin); Ransom mit einer ordentlich, aber wenig in Erinnerung bleibenden Folge.

Ich stell dann mal den Ventilator an …

Von bunt bis goldig

Eine Rezension zu Guardians of the Galaxy Vol. 2

Der erste Teil der Guardians of the Galaxy war eine positive Überraschung. Marvel hatte meist nicht den bierernsten Ton in seinen Filmen, aber das betont Unernste war hier doch noch mal eine frische Bereicherung – und der Film war nicht besonders auf Kenntnisse zu den anderen Marvelfilmen angewiesen. Der erste Teil hatte ein paar Problemchen, war aber – und das ist der entscheidende Punkt – hochunterhaltsam. Selbstredend darf man da auf die Fortsetzung gespannt sein.

Die Guardians erledigen für die Sovereign – goldene, arrogante Typen, die ein paar schöne Anspielungen auf 80er-SF und Popkultur bieten – einen kleinen Job. Als Belohnung erhalten sie Nebula, Gamoras Schwester, für die sie eine hübsche Belohnung kassieren wollen. Rocket kann jedoch nicht seine Finger von den Batterien lassen, die sie für die Sovereign beschützen sollten, was die natürlich wenig begrüßen. Als die Guardians drohen, von den Schiffen der Sovereign aufgerieben zu werden, werden sie von einem seltsamen Typen gerettet. Das Schiff ist allerdings so stark beschädigt, dass sie auf einen Planeten notlanden müssen. Damit geht der Spaß jedoch erst los: Star-Lords Vater entpuppt sich als Retter in letzter Sekunde, die Sovereign beauftragen Yondu und seine Leute und die Guardians müssen auch die ein oder andere Sache untereinander klären.

Wie die relativ lange einführende Storybeschreibung andeutet, ist in der Fortsetzung einiges hineingepackt. Zwar fühlt sich der Film nicht zwingend überfrachtet an, aber ein wenig zu lang ist er vielleicht schon. Das hat aber eher andere Gründe und nicht die vielen Charaktere und Nebenstränge, die hier auftauchen. Aber zunächst grundsätzlich: Die Story ist soweit okay, aber marveltypisch nicht der wirklich interessante Part in diesem Film. Die Aufgabe muss die Charakterzeichnung übernehmen und das tut sie auch hier. Tatsächlich liegen hier einmal mehr die Stärken im Film, überraschenderweise stehlen einige der Nebencharaktere den Hauptprotas ein wenig die Show – allen voran Yondu. Vor allem die Geschichte um ihn hebt die Story aus ihrer sonstigen Beliebigkeit.

Ein bisschen schwierig sind andere Aspekte, vor allem der Humor. Der Film ist lustig, zweifelsohne, und muss es auch sein, denn es gibt einige wirklich fies-düstere Elemente, die dem albernen Humor entgegenstehen. Dennoch geht es an vielen Stellen dann doch zu albern zu. Einige Witze werden geradezu totgetreten, damit auch wirkich jeder Depp mitbekommt, dass er gefälligst lachen soll – Baby Groots Hilfe beim Ausbruch von Yondu und Rocket demonstriert das sehr gut, wenn Groot nicht schnallt, was er holen soll. Diese Szene wird unglaublich überstrapaziert.

Auch beim Erzähltempo hakt es im Laufe des Films immer wieder mal ein wenig. Insbesondere in der ersten Hälfte ist das auffällig, wenn nach der grandiosen Eröffnungssequenz mit dem Absturz auch der Film recht rabiat runterfährt. Später glättet sich das wieder, aber es fällt schon auf. Vielleicht auch, weil diesmal die ausgewählte Musik zwar ihr 80er-Feeling verströmt, aber atmosphärisch nicht immer so beiträgt wie im Vorgänger.

Nun, viel retten hier die Charaktere, wie schon erwähnt. Gegeben dem beengten Platz, den die Vielzahl an Figuren nur gewidmet werden kann, hat man mehr oder minder das beste draus gemacht. Star-Lord und sein Vater Ego nehmen ein gut dosierten Platz ein, auch Gamora und Nebula dürfen ihre Momente erleben, Drax und Mantis, Yondu und Rocket usw. Alles hübsch in kleineren Konstellationen verpackt, wenn es dann wieder Action gibt, wird die Gruppe dann auch wieder größer. Nicht ungeschickt, muss man sagen. Zwar hält das Drehbuch neben guten One-Linern und hübschen Anspielungen auch ein bisschen Kitsch bereit, aber in Summe geht das schon in Ordnung. Ein paar nette Cameos gibt es auch, dafür auch übertriebene fünf Mid- und Post-Credit-Szenen.

Inszenatorisch hat James Gunn seine Linie mit den Guardians, auch da kann man nicht meckern. Auch im übrigen handwerklichen und Effektebereich gibt es was für die Augen. Kamera ist mehr als ordentlich, Actionsequenzen sehen wundervoll aus, haben ein paar hübsche Einfälle zu bieten, der Schnitt ist auf hohem Niveau und die Effekte sind zum allergrößten Teil wirklich grandios. Vielleicht ist 3D sogar angemessen – hab es zumindest nicht bereut, eine 3D-Vorstellung gesehen zu haben.

Ergänzen kann man noch die schauspielerischen Leistungen, die ebenfalls bestens funktionieren. Chris Pratt als Star-Lord passt natürlich weiterhin, Zoe Saldana als Gamora ebenso. Dave Bautista als Drax hat mir vielleicht sogar noch mehr gefallen als im ersten Teil. Michael Rooker als Yondu ist ein echtes Highlight. Und Kurt Russel als Ego, Star-Lords Vater, macht seine Sache auch mehr als ordentlich. Die ganzen anderen schenke ich mir mal, näher aufzuführen – mit Ausnahme von Sean Gunn vielleicht, den man auch noch lobend erwähnen sollte.

Insgesamt ist Guardians of the Galaxy Vol. 2 ein sehr unterhaltsamer, aber auch ein etwas zu langer und zu alberner Film geworden, der dennoch eine sehr ordentliche Forsetzung zum einem starken Auftakt dieser kleinen Filmreihe innerhalb des Marvel Cinematic Universe darstellt. Story, zu einem gewissen Grad auch Bösewicht sind eher marveltypisch und hauen nicht um, die Charaktere sind einmal mehr sehr gut gelungen. Der Film macht, was Unterhaltung angeht, vieles, vieles richtig. Nach dem ersten Gefühl kann er nicht ganz mit dem ersten Teil mithalten, aber immerhin übertrifft er den in visueller Hinsicht sogar noch. Wer Interesse hat, sollte ruhig einen Blick auf den Film werden. Auch in 3D.

 

Wochenrückblick 18/17

Kühl, die erste Maiwoche. Genau richtig, um ein paar Sachen zu lesen. Zunächst die Kurzgeschichtensammlung Andere Welten von China Miéville zu Ende gelesen. Eine sehr starke Sammlung, die in paar wirklich gute Storys enthält. Es gibt eine Graphic Short Story, die an mir vorbeigegangen ist, die enthaltene Novelle kannte ich bereits. Insgesamt ist es eine der besseren Sammlungen, die ich gelesen habe. Viele Geschichten leben in erster Linie von der Idee, aber Miéville kann dazu auch noch schreiben. Er hat manchmal einen distanzierten Stil, aber zu vielen Ideen und Geschichten passt das. Ich denke, nach der Enttäuschung des einen Romans, den ich von Miéville gelesen habe, und nach dieser guten Sammlung, sollte ich doch ein bisschen mehr von dem Autor lesen.

In den letzten Jahren gab es wenige echte Bestseller, die aus dem Umfeld der SF gekommen sind. Der Marsianer von Andy Weir war so einer. Habe ich nun mal nachgeholt. Eine sehr unterhaltsame Story, aber die ein oder andere Schwäche hat der Roman schon. Stilistisch ist er beispielsweise nicht immer auf der Höhe, auch die Charakterzeichnung abseits des Hauptprotagonisten ist relativ eintönig. Gerade wenn die Nebencharaktere unter Erkläreritis leiden, wird der Roman manchmal recht zäh. So ein richtiges Gefühl für die Lebensgefahr kommt leider auch nicht immer auf. Kein schlechter Roman, aber auch nicht der ganz große Wurf.

Und es wird mal wieder an der Zeit, ein Brettspiel kurz und knapp vorzustellen. Seit einiger Zeit spielen wir hier die einzelnen Abenteuer zu Time Stories durch. Ein kooperatives Spielprinzip, bei dem die Spieler durch die Zeit in ihre Wirte reisen und ein Mysterium lösen müssen. Diesmal war die Schiffsreise in die Antarktis dran – zu Beginn des 20 Jahrhunderts. Kälte, Tote, Verrückte, ein seltsames Gebilde im Nebel. Wieder ein hübsches Abenteuer, das sich natürlich an bekannten Szenarien anlehnt. Sehr, sehr spaßiges Spiel, das eine gute Spielidee mit sich bringt. Leider sind die Abenteuer nur einmal sinnvoll spielbar.

Mit Pain & Gain habe ich einen weiteren Film mal nachgeholt. Michael Bay ist in den letzten Jahren ja nicht unbedingt für Qualitätskino bekannt. Angeblich ist das der Film, der in den letzten Jahren eine Ausnahme bildet – behauptet der ein oder andere. Und die haben unrecht. Die Charaktere sind absichtlich unfassbar dumm, aber das macht ihre Dummheit auch nicht besser. Teilweise rutscht der Film in einen Fremdschämbereich, der an Adam-Sandler-Filme erinnert – und das ist nicht gut, höflich ausgedrückt. Es gibt durchaus die zwei, drei guten Szenen, die es bei Michael Bay immer wieder gibt, und seine typischen Filmkrankheiten sind reduziert (wenig Shaky Cam, halbwegs vernünftiger Schnitt), aber auch das hilft wenig. Zu überzeichnet, zu lang, zu dumm, zu viel Kram im Skript, seltsame inszenatorische Entscheidungen, seltsames Schauspiel an der ein oder anderen Stelle – Wahlberg ist einfach jemand, der von sich aus nicht richtig funktioniert. Idee klingt witzig, die Umsetzung ist misslungen.

Bein den Crime-Serien haben wir eine ordentlich Folge Ransom – mittlerweile ist wohl deutlich, dass die Serie als Unterhaltung nebenbei funktioniert, sie aber in einigen Jahren vergessen sein wird.

Motive mit einem zeitlichen Sprung (Beginn Staffel 3, wenn ich mich nicht täusche) – gibt der Serie ein bisschen Schwung ein, aber auch nur scheinbar. Sie braucht es aber auch nicht. Wieder eine sehr, sehr ordentliche Folge.

Blindspot hat sich – ich wiederhole mich – auf ein solides Niveau eingependelt. Eine der Nebenfiguren hat nun ein Problem angedichtet bekommen (ergibt nicht viel Sinn), aber hey, Actionparts sind mittlerweile ganz okay, der Crime-Part weitgehend auch.

Gleich mehrere Folgen von Last Ship. Man ist mittlerweile ein wenig davon abgerückt, einen Handlungsstrang pro Folge abzuspulen. Es gibt nun ein wenig die Erweiterung, ändert letztlich aber auch nicht. Zwischendrin eine sehr, sehr schwache Folge, die mit viel Füllermaterial angereichert wurde. Einen gewissen Unterhaltungswert kann man der Serie aber weiterhin nicht absprechen.

Staffelfinale der siebten und Auftakt der achten Staffel: Dexter. Ich mag die Serie weiterhin, auch wenn Dexters Schwester mittlerweile der mit Abstand interessanteste Charakter geworden ist. Nachdem in Staffel sieben eine Figur gekillt wurde, ist in Staffel acht eine neue dabei, die wohl ein wenig mehr Dynamik wieder reinbringen soll. Tatsächlich scheint das erst einmal gelungen. Und Dexter mordet sich wieder durch die Bösewichte.

So weit, so gut. Schätze ich.

Wochenrückblick 17/17

Meh, eine anstrengende Woche einmal mehr. Schreiberisch ging es einmal mehr nicht voran. Unter Zwang ein bisschen was geschrieben, aber das war Bullshit. Schwierig, schwierig, im Moment.

Auf der Leseliste gab es diesmal wieder eine Kurzgeschichtensammlung, die ich allerdings auch nicht ganz geschafft habe. Andere Himmel von China Miéville. Von Miéville hatte ich zuvor Die Falter gelesen (hat mich nicht besonders begeistert) sowie die Novelle Spiegelhaut, die auch in dieser Sammlung enthalten ist (die wirklich stark war). Und Miéville ist einfach ein Autor, den man mehr ausprobieren muss, hab ich das Gefühl. Falls es die Möglichkeit gibt, lerne ich – wie bereits mal erwähnt – Autoren auch gerne mal über deren Kurzgeschichten kennen (Kurzgeschichten lassen nicht auf die Qualität von Romanen schließen, blabla, ist mir schon klar). So auch hier mit der Sammlung Andere Himmel. Die größten Teil der Geschichten habe ich gelesen und die sind allesamt herausragend so weit. Dazu noch mal mehr, wenn ich ganz durch bin.

Immerhin mal wieder Kino: Guardians of the Galaxy Vol. 2. Unterm Strich eine unterhaltsame Fortsetzung, die durchaus Spaß gemacht hat. Reicht nicht ganz an den ersten Teil heran, weil a) zu albern, b) zu lang, c) Marvel-typisch etwas lahme und wenig innovative Story. Auffällig: Gerade außerhalb der Guardians punkten die Charaktere.

Slow West ist mir seinerzeit im Kino entgangen – falls er denn in den hiesigen Kinos überhaupt lief. Ein Western, der … etwas spezieller ist, könnte man sagen. Aber dennoch oder gerade deshalb ausgesprochen gut. Selten einen Film gesehen, der fast experimentell anmutende Teile mit historisch realistisch anfühlenden Teilen sinnvoll verknüpfen kann.

Auf dem Quest, mehr Anime kennen zu lernen: Spriggan war der Film, der diesmal an der Reihe war. Nicht unbedingt ein Film, der bei vielen auf der Empfehlungsliste steht, vermute ich mal ganz stark. Ein SF-Action-Hybrid, in dem es viel übertriebenes Zeugs gibt, der Storyeinstieg ist nicht besonders rund, aber besonders die zweite Hälfte bietet eine Reihe netter Ideen und auch eine Ecke mehr als dumpfe Kampfszenen. Letztlich ein interessanter Anime-Beitrag, denke ich.

Serienmäßig war in der Woche nur ein bisschen Crime-Zeugs angesagt. Ransom mit einer soliden Folge, die vor allem durch das Setting punktet. Motive mit dem Auftakt der dritten Staffel, denke ich, und wie immer mit einer guten Folge. Eine echt unterschätzte Serie.

Genug für den Tag der Arbeit.

Wochenrückblick 16/17

Leider doch weniger geschafft als angepeilt, das immer wieder gleiche Leid, sozusagen. Schreiberisch war entsprechend leider auch weniger als angedacht, aber immerhin keine Nullnummer. Was könnte man erwähnen? Ein bisschen weiter ging es bei einer Kurzgeschichte, die in Australien im ausgehenden 19. Jahrhundert spielt und einige Horrorelemente beinhaltet. Ich mag historischen Horror immer wieder gerne, obwohl ich ihn zu wenig lese. Die Grundstruktur obiger Geschichte steht eigentlich, Hauptprotagonistin ist auch klar, dennoch sind ein paar Fragen noch offen. Ein paar steampunkige Elemente würde ich, glaube ich, noch gerne einführen. Das hab ich in anderen historischen Horrorstorys ja auch schon gemacht.

Endlich durch: Es von Stephen King. Schon angedeutet, der Horror wirkt auch nach wiederholtem Lesen und es ist nachwievor eines der besten Horrorbücher, das ich kenne. Ein langer, langer Roman, der aber nicht lahm wird. Über das ein oder andere kann man diskutieren und ich kann auch verstehen, wenn jemand nicht so viel mit dem Roman anfangen kann. Ich bin nun gespannt, wie sich das im neuen Film ansehen lässt.

Ein Klassiker des SF-Action-Kinos: Robocop. Der aus den 1980ern natürlich, nicht dieses schäbbige Remake von vor wenigen Jahren. Habe ich vor einigen Jahren erstmals gesehen, auch in einer Uncut-Variante (oder großteils uncut, sicher bin ich mir da nicht mehr). Schön dystopisch, clever inszeniert, gute und handgemachte Action. Die meisten Effekte halten durchaus noch einigermaßen mit – die Ausnahme ist sicherlich der „richtige“ Roboter, aber das ist zu verschmerzen. Ordentlich brutal, obwohl die Indixierung seinerzeit auch ein wenig hysterisch scheint. Der für mich größte negative Punkt – wenn man das denn so sagen will – ist die Filmmusik, die wirklich sehr langweilig daherkommt. Ansonsten ein absolut empfehlenswertes Stück SF-Action-Kino (im Gegensatz zu den Fortsetzungen und dem Remake).

Ransom wieder mit einer ordentlicheren Folge, obwohl hier der gleiche Twist genutzt wird, den die Serie schon mal benutzt hat. Bedenklich, wenn man so schnell schon auf die gleichen Ideen zurückgreifen muss. Man versucht, das ganze in einen anderen Kontext zu bringen, aber … Nun gut.

Motive ist eine kanadische Crime-Serie, die ja so sporadisch ausgestrahlt wird. Zwei weitere Folgen gesehen und ich muss sagen, allein durch den anderen Ansatz, den die Serie verfolgt, ist sie schon gefühlt anders. Dazu gute Fälle und gute Charaktere – damit ist es eine starke Crime-Serie, die leider zu wenig Beachtung findet.

Dexter in der siebten Staffel geht Richtung Staffelfinale. Zwei weitere sehr ordentliche Folgen. Es gibt wieder ein wenig mehr Action und das Herausnehmen von Charakteren hat begonnen.

The Last Ship wieder mit zwei unterhaltsamen – wenn auch sehr dummen – Folgen. Was man der Serie zugute halten muss, ist seine direkte Linie mit seinen immer abgerundeten Folgen. Inhaltlich immer wieder problematisch, wenn man es ernst nehmen würde, schauspielerisch teils schwach, aber dumme Sprüche und Dialoge und ein vernünftiges Tempo gibt es dafür auch.

Soweit erstmal wieder von mir.

Wochenrückblick 15/17

Die Osterwoche war letztlich doch ein wenig voller als erwartet. Das ein oder andere dann doch geschafft, aber hätte gern mehr sein können.

Schreiberisch ging es leider doch nicht so gut voran. Es gibt einige Kleinigkeiten, die sich auf kleinere Überarbeitungen und Ergänzungen sowie ein wenig Planung beschränken. Viel erwaähnen kann man dazu eigentlich nicht.

Zu Ende gelesen: Science Fiction als neue Metaphysik? von Gotthart Günther. Eine Kommentarsammlung, herausgegeben von Dieter von Reeken. Insgesamt eine sehr interessante Lektüre, die mit einem sehr guten Nachwort von Franz Rottensteiner abgeschlossen wird. Günther bringt eine ganze Reihe interessanter Ideen auf, vor allem, was SF leisten könnte (seiner Meinung nach leistet). Er nähert sich der Frage nach guter SF auf eine gänzlich andere Weise, als es beispielsweise Heidorn getan hat, wesentlich näher von einer grundlegenden Basis aus, aber nicht weniger dikussionswürdig. Vielleicht auch da irgendwann mal mehr.

Noch immer nicht durch: Es von Stephen King. Erstaunlich, an wie viel man sich noch erinnert. Ich denke, es ist jetzt das dritte Mal, dass ich den Roman lese, und die Geschichte wirkt nachwievor. Einer der besten Horrorromane.

Ein weiterer Horrorfilm, der geremaket, gerebootet oder was auch immer wurde: Freitag, der 13. Man hat sich hier insofern ein wenig mehr Mühe gegeben, da es eher eine Neuinterpretation des vorliegenden Materials ist und somit mehr Überlegungen hineingeflossen sind (im Zweifel für die Macher). Das Skript hat ein paar nette Ideen, aber ist insgesamt doch zu schwach und unoriginell. Schwache Regie und schwache Schauspieler – ein paar Nasen kennt man sogar – machen’s auch nicht besser. Von den ganzen schwachen Remakes, Reboots und Co. der bekannteren Horror-Franchises ist dieses sogar noch vergleichsweise guckbar (aber sicher nicht ansatzweise gut) – und das, obwohl sogar der erste Freitag, der 13. kein besonders starker Film war, und die Folgefilme richtig, richtig mies wurden.

Bei Criminal Minds: Beyond Borders wurde diesmal den Japanern gezeigt, wie so ein US-Agent vernünftige Polizeiarbeit leistet. Klischees zum Erbrechen und natürlich ein kurzer Gastauftritt des Selbstmord-Waldes, der vergangenes Jahr gleich zwei US-Horrorfilme spendiert bekommen hat (die beide angeblich furchtbar schlecht sind, was mich nicht überraschen würde). Soweit ich nachgelesen habe, wird die Serie hierzulande auch noch in einer anderen Reihenfolge ausgestrahlt. Nicht, dass das irgendwie relevant wäre. Ich denke, ich bin dann doch raus. Schwaches Spin-Off.

Ransom erlebt ebenfalls seine bisher schwächste Folge. Hier ging es um Terrorismus und Bombendrohungen und es der bösen Terroristin in Wahrheit nur um persönliche Probleme geht (niemand hatte sie lieb). Ganz, ganz schlecht.

Blindspot wieder mit einer ordentlichen Folge. Nicht wahnsinnig aufregend, weil ein wenig zu viel rumgequatscht wird, aber offenbar will man die Geschichte mal wieder auf die Spur bringen.

The Last Ship ist tatsächlich echter Trash. Wahninn, was man in einer Folge alles an Klischees einbringen kann – und dann erst in zweien. Wenn man es als Trash versteht und nicht allzu ernst nimmt, dann kann man durchaus weiterhin seinen Spaß damit haben.

Das war es dann erstmal wieder.

Wochenrückblick 14/17

Erste volle Aprilwoche, das Jahr hat Fahrt aufgenommen. Ein bisschen mehr Ruhe, aber auch nur ein bisschen. Schreiberisch ging es noch nicht so richtig weiter, das wird sich aber in der anliegenden Woche defintiv ändern.

Gelesen habe ich ein wenig mehr. Nun beendet das SF-Sachbuch Kurz vor Ewig von Fritz Heidorn. Wie schon erwähnt eine Essay-Sammlung zu verschiedenen Gedanken innerhalb der SF. Untertitelt mit Kosmologie und Science-Fiction beschäftigt sich Heidorn eher mit technischen Aspekten, allerdings im Allgemeinen eher oberflächlich. Die Essays haben sicherlich auch keinen Anspruch auf tiefgründige oder wissenschaftliche Auseinandersetzungen und sind zudem – insbesondere in der zweiten Hälfte der Sammlung – mehr eine Mischung aus Literaturempfehlungen und groben Themenbehandlungen. Lohnt sich sicherlich mal, den ein oder anderen Aspekt separat näher auszleuchten. Insgesamt durchaus interessant, wenngleich ich einige Ausführungen nicht widerspruchslos stehen lassen würde. Leider ist eine solche Auseinandersetzung, wie Heidorn sie hier aufzeigt, an sich selten. Allein deswegen schon empfehlenswert.

Ein weiteres Sachbuch zur SF ist zu gut der Hälfte gelesen und auch das ist eine Sammlung mehrerer Kommentare. In diesem Fall von Gotthard Günther: Science Fiction als neue Metaphysik? Seinerzeit als Kommentare zu diversen SF-Büchern (Rauchs Weltraum-Bücher) verschiedener ins Deutsche übersetzter Autoren erschienen und nun von Dieter von Reeken in ein Sammelband neu aufgelegt. Die Texte sind mehrere Jahrzehnte alt, aber deshalb nicht minder interessant. Im Gegenteil: Sie besitzen eine fast erstaunliche Aktualität. Zudem bewegt sich Günther auf einem gedanklich gänzlich anderem Niveau und wesentlich tiefer an der Basis der Grundgedanken zur SF als dies beispielsweise der oben genannte Heidorn tut. Auch hier lohnt es sich sicherlich mal, eine intensivere Auseinandersetzung mit dem dargebrachten Stoff zu betreiben. Und Günther hat mich daran erinnert, mehr der klassischen SF-Literatur nachzuholen.

Ja, und es gab sogar noch was, einen Roman, den ich aber schon mehrmals gelesen habe, das erste Mal vor etwa zwanzig Jahren: Es von Stephen King. Da im September eine weitere Verfilmung droht (zumindest der erste Teil), habe ich mal wieder reingelesen. Durch bin ich durch den Wälzer natürlich noch nicht, das es noch immer eines der beeindruckendsten Werke im Bereich Horror ist, bleibt für mich unbestritten. Im Grunde ist die Geschichte viel, viel mehr als nur der Horror-Part oder Pennywise. Bin gespannt, wie da die kommende Verfilmung mithalten kann.

Ein bisschen Kino musste mal wieder sein. Zum ersten gab es Ghost in the Shell. Die Realverfilmung der Manga- und Anime-Vorlagen. Neben dem Originalmanga aus 1989 und dem ersten Film von 1995 gab es dazu ja noch mehr Material. Der 2017er Film bedient sich wohl aus mehreren der Vorlagen und versucht ein bisschen was eigenes dazu (ich kenn zu wenig, um das wirklich abschließend zu beurteilen). Zumindest aus dem 1995er Film wurde das ein oder andere übernommen oder neu interpretiert. Hilft dem Film aber auch nicht wirklich. Scarlett Johansson finde ich nicht so schlimm wie viele Kritiker, visuell bietet der Film durchaus was, aber dann wird es schnell sehr dünn. Die großartige Storyline des Originals wird runtergekocht bis ins Nichts, das Skript hat einige Schwierigkeiten (vor allem Richtung Tempo und Charakter-Balance) und Rupert Sanders ist ein Regisseur, der visuelle Inszenierung hinbekommt (die Kameraarbeit ist ja auch durchaus ansehbar, ebenso Effekte und Co.), aber keine Charakterinszenierung.

Da war Logan ganz erheblich besser. Ein kleiner, brutaler, dystopischer Western-Road Trip mit starken Charakteren, gutem Schauspiel, Spannung und guter Action. Endlich also mal ein guter Wolverine-Film, wer hätte es gedacht. Im Finale hat der Film dann doch ein paar Probleme, aber das ist verschmerzbar.

Criminal Minds: Beyond Borders ist ein bisschen wie ein Unfall, bei dem man nicht weggucken kann. In dieser Folge ging es nach Mittelamerika, selbstredend mit Stereotypen einschließlich Aztekenritualen und natürlich den US-Amerikanern, die den Tag retten. Aber selbst das rausgenommen, ist Folge Nummero drei bislang die langweiligste.

Bei Blindspot ist ja erst die Hälfte der Staffel erreicht … Immerhin, die Folge war wieder besser, wenn auch reichlich ziellos. Die Leichtigkeit, mit der hier gefoltert wird, hat schon was von 24.

Ransom scheint dagegen von Anfang an eine ganz ordentliche Crime-Serie zu sein. Stets etwas überkonstruiert, aber akzeptabel in die Storys eingebaut. Realistisch ist das natürlich nicht ansatzweise, aber immerhin als Crime-Serie halbwegs interessant.

Eine Serie, die ebenfalls eine der üblichen Formeln von Crime-Serien folgt, ist Lucifer. Auch mal reingesehen – d.h. die komplette erste Staffel -, lässt sich auch ganz gut so gucken, ist aber – trotz des übernatürlichen Einschlags – im Grunde standard. Sie ist eigentlich zu brav, mit der Figur Lucifer könnte man wirklich deutlich weiter gehen, aber das wäre dann wohl nichts mehr für die angestrebte Zielgruppe. Zwischendrin wird’s ein bisschen albern, aber meist wird man auch entschädigt.

Und noch eine neue Serie ausprobiert: The Last Ship. Mal abgesehen, dass der Titel zumindest nach den ersten Folgen definitiv nicht stimmt, ist die Prämisse um eine weltweite Pandemie und einem US-Kriegsschiff, auf dem nach einer Lösung gesucht wird, gar nicht mal so schlecht. Aber Junge, hat die Serie einen trashigen Einschlag. Abgesehen vom unfassbar überzogenen US-Patriotismus und Militarismus (Michael Bay produziert den Kram, von daher keine Überraschung), gibt es unfassbar viele C-Movie-Elemente, die teilweise an The Asylum-SF oder sowas erinnern: Schlechtes Schauspiel, viel zu schnell erzählt, spunghaft, Exposition, schlechte Dialoge, schlechte Kamera und schlechter Schnitt. Aber ich habe das Gefühl, dass man hier durchaus seinen Spaß mit haben kann – man sollte es natürlich keine Spur ernst nehmen.

Hm, das war mehr, als ich dachte.

Der alte Mann und das Klingenmeer

Eine Rezension zu Logan

Rund um das X-Men-Universum sind eine Reihe Filme unterschiedlicher Qualität entstanden. Die beiden vorherigen Wolverine-Stand-Alone-Filme waren da eher an der unteren Grenze – beide Teile waren aus unterschiedlichen Gründen schwach bis ärgerlich. Nun ist ein dritter Wolverine-Film im Kino, aus den Trailern wird bereits ersichtlich, dass dieser einen gänzlich anderen Ton anschlägt als die Vorgänger. Und ja, das tut er wirklich.

Im Jahr 2029 gibt es so gut wie keine Mutanten mehr. Logan – sichtlich gealtert und leidend – versteckt mit einem anderen Mutanten, Caliban, Charles X. Xavier vor der Öffentlichkeit, auch weil Charles mittlerweile erkrankt ist, ungewollt seine Mächte freisetzt und Leute verletzt oder gar tötet. Als er von Gabriele angeheuert wird, sie und ihre vermeintliche Tochter nach North Dakota zu bringen, werden Logan und Charles in eine Auseinandersetzung mit einer Forschungseinrichtung und ihren Truppen gezogen, die entflohene, gezüchtete Mutanten wieder einfangen will. Darunter Gabrielas vermeintliche Tochter Laura.

Endlich bekommen wir doch noch einen guten Wolverine-Film. Es war eine schlaue Entscheidung, eine kleine, dafür feine Story rund um einen zukünftigen Logan zu entwerfen. Tatsächlich fühlt sich Logan weniger wie eine Comicverfilmung an, sondern eher eine Mischung aus Western und Road Movie mit einigen harten Zwischeneinlagen. Es erinnert mehr an eine modernisierte Variante von Firestarter, wo nicht nur das Kind mit übernatürlichen Fähigkeiten ausgestattet ist.

Die Story ist recht gerade heraus, aber auch weitgehend konsequent und spannend runtererzählt. Erst ganz am Ende zerfällt die Story ein bisschen, das Finale ist leider einer der wenigen Schwachpunkte im Film – kann aber auch durchaus eine Geschmacksfrage sein. Die einzelnen Elemente der Story stimmen – charaktergetrieben und genau diese Charaktere sind interessant, die Atmosphäre stimmt, Suspense und Spannung sind vorhanden (schön in Wellen), ein paar kleinere Twists und Überraschungen schaffen es dann auch hinein. Auch die Gewaltspitzen fügen sich hier sinnvoll ein – und zeigen, dass die Vorgängerfilme einfach auch hier zu brav waren. Wolverine muss seine Klingen einsetzen – und im Vergleich zu Laura ist er ja noch harmlos. Die Bösewichtseite ist vielleicht eine weitere kleine Schwäche, da hier im wesentlichen der übliche Kram passiert.

Schauspielerisch bewegt sich Logan auf hohem Niveau. Hugh Jackman zeigt hier, dass er nicht nur Wolverine, sondern auch ein ordentlicher Schauspieler ist, und Patrick Stewart war schon immer eine der schauspielerischen Stärken der X-Men-Film. Mit Dafne Keen hat man zudem eine Kinderdarstellerin gefunden, die Laura fast perfekt verkörpern kann. Der übrige Cast macht seine Sache ebenfalls ordentlich, bemerkenswert ist vielleicht Stephen Merchant als Caliban, aber eher, weil man ihn nicht wiedererkennt.

Inszenierung und handwerkliche und visuelle Komponenten sind auch mehr als ordentlich. Der Action kann man weitgehend folgen, es geht zwischendurch blutig zur Sache, ohne allzu heftig zu werden (es ist kein Gore-Film in dem Sinne, vermutlich ist hier auch viel CGI drin, aber unaufdringlich), Kamera und Schnitt sind also vernünftig umgesetzt. Musik wäre mir jetzt nicht weiter in Erinnerung geblieben.

Insgesamt ist Logan also der Wolverine-Film, den man vielleicht von Anfang an hätte machen sollen – vielleicht braucht es manchmal auch die Zeit und schlechte Vorgänger, um einen guten Film zu erleben. Kleine, feine Story, starke Charaktere und Schauspieler, ordentliche Action und letztlich einfach ein interessanter und spannender, charaktergetriebener Film. Klare Empfehlung und ein starker Kandidat für den besten Comicfilm des Jahres (der übrigens nicht wie eine Comicverfilmung wirkt – und daher auch für anderes Publikum interessant sein könnte).

Der Ghost ist aus dem Shell geflohen

Eine Rezension zu Ghost in the Shell

Ghost in the Shell ist ja ein ganzes Manga- und Anime-Universum, aus dem ich persönlich in erster Linie nur den Film aus 1995 wirklich kenne. Nun gibt es erstmals eine Realverfilmung (wenn man das bei der ganzen CGI so sagen darf), die durchaus spannend klingt. Bei dem Budget und mit einem großen Studio im Hintergrund war von Anfang an klar, dass der philosophische Part heruntergekürzt werden wird und der ganze Film eine mainstreamigere Linie bekommt. Das ist an sich auch erstmal nichts schlimmes, da man ja auch intelligente Parts in einen SF-Actioner hineinnehmen kann. Also: Neugierig rein ins Kino.

Major ist eine Symbiose zwischen einem menschlichen Gehirn und einem künstlichen Körper. Ihr Team von Sektor 9 und sie führen spezielle Missionen durch, in dessen Rahmen sie es mit Kuse, einem Hacker, zu tun bekommen, der nach und nach Führungspersonen eines Konzerns, Hanka, ausschaltet. Ebenfalls nach und nach decken Major und das Team die Verbindungen zwischen Kuse und Hanka auf – und auch die Vergangenheit des Major.

Man muss es vielleicht direkt vorweg schicken: Der Film ist weder gut noch schlecht, sondern einer dieser Fälle, wo interessante oder gar spannende Dinge passieren, aber alles zusammen nicht wirklich funktioniert. Das ist fast noch ärgerlicher, als wäre es einfach nur ein überflüssiges und dummes Remake (*hust* Robocop *hust*). Der Grund ist einfach. Vorhandenes Potenzial wird bedenkenlos weggeschmissen und es ist schlicht nicht nachvollziehbar, warum man sich hier für was entschieden hat. Ein Vergleich mit der Vorlage spare ich mir an dieser Stelle aber mal, da dieser Film für sich besprochen werden soll.

Die guten und schlechten Sachen sind direkt aus dem Story-Part schon ersichtlich. Die Grundstory ist dabei gar nicht so sehr das Problem, obwohl durch den Film hindurch das ein oder andere Plotloch auftritt. Wenn, dann muss man höchstens sagen, dass die Grundstory nicht wirklich spannend ist. Wie sich die ganze Geschichte dann ausbreitet und wie durch die Geschichte geführt wird, das ist teilweise dann doch eher zäh oder seltsam. Verschenkt hier ist auf jeden Fall die mangelhafte Einbeziehung der Nebencharaktere, die relativ einfallslose Einbeziehung von Majors „Rückblenden“ und die Entwicklung um die Antagonisten. Dazu kommen einzelne Szenen, die in der Form sich nicht in den Gesamtfilm einfügen lassen – das sind inbesondere die Übernahmen aus dem 1995er Anime (bis auf eine Ausnahme).

Bei den Charakteren an sich gibt es eigentlich nicht mal wahnsinnig viel dran auszusetzen. Der Major wird als Charakter für viele nicht wirklich funktionieren, würde ich mal schätzen, ich finde die Hauptfigur nicht mal so schlecht, aber man hätte viel mehr mit dieser Figur anstellen können, gerade weil man versucht hat, ihr auch mehr Hintergrund zu geben. Bei den Nebencharakteren sind einige schlicht überflüssig – wirkliches Zusammenspiel findet hier nicht wirklich statt. Auch da wird überdeutlich Potenzial verschenkt.

Seine Stärken hat der Film auf jeden Fall im visuellen Bereich. Effekte, Bildsprache, auch die Kameraarbeit und der Schnitt sind mehr als ordentlich. Die Welt wirkt sehr lebendig, hat einiges an Cyberpunk-Flair (allerdings mehr dem bunten als dem düsteren, obwohl beides auftaucht). Die Inszenierung ist auch weitgehend in Ordnung, die Actionszenen sind letztlich aber nicht so besonders – kein Grund zum Meckern, aber auch hier hätte man choreografisch und inszenatorisch mehr machen können.

Schauspielerisch erlebt man bei Ghost in the Shell einen interessanten Fall. Scarlett Johansson spielt sehr nüchtern und kalt, aber auch nicht völlig emotionslos. Auch das funktioniert in einigen Szenen und in anderen nicht. Die übrigen Figuren sind – sofern sie nennbare Leinwandzeit haben – ordentlich verkörpert. Takeshi ist natürlich genial. Juliette Binoche ist die einzige, die durchgängig mit Emotion spielt – das ist fast schon lustig. Darüber hinaus fällt hier nichts in die ein oder andere Richtung auf.

Insgesamt ist Ghost in the Shell ein Film, der gute wie schlechte Parts mit sich bringt und je nach Geschmack mal auf der einen, mal auf der anderen Seite in der persönlichen Beurteilung landen wird. Visuell durchaus stark, story- und charakterseitig aber mit sehr viel verschenktem Potenzial und in Tempo, Atmosphäre und Inszenierung unausgewogen, ist die Realverfilmung bestenfalls mäßig gelungen. Empfehlenswert ist hier nur der Anime.

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