Wochenrückblick 48/17

Eigentlich sollte es eine Woche zum Sortieren und Neuausrichten werden – gab aber reichlich zu tun (was ja auch nicht immer schlecht sein muss). Immerhin eine Geschichte wurde dann soweit überarbeitet, dass ich damit einen Ausschreiber ärgern kann. Die Story ist irgendwo zwischen Historie, Fantasy und Horror, es ist ziemlich kalt und ziemlich hell darin.

Ein Schnipsel:

„So, so.“ Der Preuße verschränkte die Arme hinter dem Rücken. „Eine ziemlich fantastische Geschichte.“

Mal schauen, wie fantastisch sie wirklich ist.

Bei einer weiteren Story tue ich mich mit der Überarbeitung ein wenig schwer. Die muss so langsam aber mal vorankommen.

Zu lesen gab es auch was: Und zwar die Anthologie Eis und Dampf, die in der Welt von Die zerbrochen Puppe von Judith und Christian Vogt spielt. Ist somit Steampunk in 13 doch sehr interessanten Geschichten. Einen Favoriten kann ich kaum küren, da die Geschichten doch alle ein recht ordentliches Niveau haben. Vielleicht liegt gleich die erste Geschichte, Galileo starb zu Recht von Mike Krzywik-Groß, für mich leicht vorn. Ein Ausfall war auf jeden Fall nicht dabei.

Mal endlich wieder im Kino, und dann auch noch einen deutschen Film: Aus dem Nichts. Ein unangenehmer, harter Film und gerade deswegen so gut. Es dreht sich um eine Frau, dessen – türkischstämmiger – Mann und Sohn bei einem Bombenanschlag von Nazis ums Leben kommt. Echt gut gespielt, noch besser erzählt und mit einer durchgängigen Atmosphäre, die zum Thema passt. Klar zu empfehlen.

Endlich mal Zodiac nachgeholt – ein sehr ordentlicher Thriller rund um den Zodiac-Killer, der einen deutlich realisterischen Ansatz rund um diese Geschichte erzählt. Da dadurch einige Zeitsprünge reinkommen, wirkt das manchmal etwas seltsam konstruiert. Dennoch ein durchaus guter Film.

Ebenfalls mal The Town – Stadt ohne Gnade nachgeholt, von und mit Ben Affleck. Als Filmemacher versteht er was, das muss man ihm lassen. Zwar fand ich den Film ganz gut, aber auch teilweise etwas zu lang. Auch die Love Story darin ist schon recht schwierig – insbesondere wenn man die Auflösung berücksichtigt. Aber nun gut.

Noch einen Thriller nachgeholt: Contagion. Dreht sich um die Ausbreitung eines bislang unbekannten Virus und die Maßnahmen dagegen. Ziemlich bekannter Cast spielt hier mit. Durchaus spannend erzählt, wie es sich gehört, auch wenn das Thema alle paar Jahre mal wieder in Kino oder Fernsehen auftaucht. Ist aber eigenständig genug, um sich beispielsweise von Outbreak oder der gleichnamigen Fernsehserie zu unterscheiden.

Navy CIS macht mal eine fast klassische Folge – im Grunde wird hier ein typischer Fall durchgenommen, wie es ihn vor allem in den ersten Staffeln gab. Eigentlich ganz nett – war eine solide Folge.

Criminal Minds versucht sich an einer leicht anderen Episode, die sich aber auch nach einer alten Idee anfühlt – auch wenn einer der neuen Charaktere ein bisschen mehr Background bekommt. Unterm Strich war die Folge okay.

Weiter in der nächsten Woche.

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Wochenrückblick 47/17

Mit ein bisschen Verspätung dieser Wochenrückblick. Dafür bleibt er auch kurz.

Ausgelesen: Die zerbrochene Puppe von Judith und Christian Vogt. Ich mag das Setting sehr, die Story ist vor allem im Mittelteil sehr ordentlich und auch die Figuren sind weitgehend gelungen. Es beginnt ein bisschen holprig und irgendwann wird die Geschichte ein bisschen passiv, bevor es dann ins Finale geht. Stilistisch ist es an einzelnen Stellen vielleicht ein bisschen zu gewollt, aber im Grunde liest sich das Ganze gut runter. Ganz ordentlicher Steampunk. Den zusätzlichen übernatürlichen Einschlag hätte es nicht gebraucht, stört mich aber auch nicht.

Navy CIS kann in dieser Folge wieder ein bisschen mehr überzeugen. Der eigentliche Fall wird dann mal am Ende so nebenher gelöst, in Wahrheit geht es um Gibbs als Pferdeflüsterer.

Criminal Minds verschenkt einmal mehr das Potenzial der Folge. Der Cast ist zu groß, deshalb muss sich jede Folge etwas einfallen lassen, warum eine der Figuren nicht oder nur kurz dabei ist. Zudem ist die Hintergrundstory dieser Staffel einfach panne.

Eine weitere Folge Gotham aus der dritten Staffel. Es hat auch nur zu einer weiteren Episode gereicht. Irgendwie fehlt mir bisher was. Vielleicht kommt es noch.

So, schnell Schluss machen.

Wochenrückblick 46/17

Eine halbwegs ruhige Woche nicht optimal genutzt. Schreiberisch ging es mit ein bisschen Überabreitung voran und dem Ideenwälzen. Zum Beispiel was mit einem Werfaultier – wobei das auch zu einer anderen Geschichte passen könnte, dort gibt es zum Beispiel schon eine Cowboyroboterriesenechse. Und das Fliegende Spaghettimonster. Und Piraten. Hm, mal schauen.

Das Finale von Mr. Mercedes von Stephen King dann auch abgeschlossen und es ist auch am Ende ein sehr guter Roman. Einer der besten in diesem Jahr – ein ordentlicher Krimi/Thriller, der mit interessanten Figuren und einer ordentlichen Story daherkommt.

Zur Abwechslung mal ein bisschen Steampunk: Die zerbrochene Puppe von Judith und Christian Vogt. Etwas mehr als die Hälfte habe ich durch. Nach einem etwas holprigen Start kommt die Geschichte in Schwung. Die Einführung in diese Welt hat auch ein bisschen gebraucht, aber das geht mittlerweile ziemlich gut zu lesen. Mehr, wenn ich den Roman durch habe.

Eine weitere Anime-Serie ausprobiert: Attack on Titan. Einiges schon drüber gehört. Riesen in unterschiedlichen Ausführungen – Titanen genannt – greifen die letzten Städte der Menschen an. Die hohen Mauern nützen nicht viel. Das alles ist aber nur Ausgangspunkt einer immer schräger werdenden Geschichte, die allerdings stets ziemlich ernst bleibt.

Navy CIS mit solider Folge, aber auch einem kleinen nervigen Einschlag. Ich glaube, eine der neuen Figuren finde ich einfach zu dämlich. Ähnlich nervig war diese Woche auch Criminal Minds mit dem ärgerlichen Einschlag, dass sich die Schreiber offenbar auch keine besondere Mühe mehr geben.

Major Crimes verabschiedet sich mit einer ziemlich guten Doppelfolge aus der Staffel. Die Serie hat für viele vermutlich nichts Besonderes, ich finde sie aber nachwievor stark. Hier werden zumindest mal andere Varianten an Fällen ausprobiert und die ganze Nummer ist auch nicht so unendlich drüber wie bei anderen Sachen.

Zudem gab es die ersten drei Folgen der dritten Staffel Gotham. Die ersten beiden waren ein bisschen anstrengend, die dritte ein wenig interessanter. Bisher bin ich nicht so optimistisch, der Fantasyanteil will sich bisher nicht so ganz richtig einfügen.

Das war es wieder.

Der Clown ist los

Eine Rezension zu ES

Ich habe trotz eines wirklich coolen Teasers lange gezögert, bis ich den Weg ins Kino zur neuen Verfilmung von Stephen Kings dicken Brocken ES gefunden habe. Eigentlich wollte ich zügig rein, habe den Roman zum wiederholten Male vor wenigen Monaten gelesen und die TV-Filme weit genug verdrängt. Der überschwengliche Hype zu dem Film hat mich dann aber doch zögern lassen – auf der anderen Seite wurde es mal wieder Zeit mit einer guten King-Verfilmung. Wie so oft, liegt das Ergebnis dann dazwischen.

In der Kleinstadt Derry geht das Grauen um: Im Herbst 1989 wird Bills kleiner Bruder Georgie Opfer eines seltsamen Wesens in Clowngestalt, das sich selbst Pennywise nennt. Doch mit Georgie allein ist es lange nicht genug – im Verlauf der weiteren Monate verschwinden immer mehr Kinder. Im darauf folgenden Sommer finden sieben Kinder zusammen – der Club der Verlierer. Unter ihnen auch Bill. Jeder von ihnen – mit Ausnahme von Ritchie – bringt ein seltsames Erlebnis mit und ihnen wird schnell klar, dass nicht nur der Schultyrann Henry Bowers und seine Gang eine Gefahr sind, sondern unter Stadt noch was viel Schlimmeres umgeht. Uns das wollen sie bekämpfen.

Die Story folgt den Kindern, wie sie nach und nach Erfahrungen mit dem Bösen in Derry machen und sich dann zusammentun, um ES zu bekämpfen. Sich auf diese Zeitebene zu beschränken, war eine kluge Entscheidung – das kann man nicht von allem behaupten. Dennoch: Der Story-Part an sich ist keines der Probleme, die der Film leider mitbringt. Mich hat dabei fast ein wenig erstaunt, dass der Film im Grunde reiner Horrorfilm ist – die Entwicklung der Freundschaften der Kinder spielte eine ziemlich untergeordnete Rolle. Das ist schon recht bedauerlich, weil hier viel mehr Potenzial dringesteckt hat.

An sich sind die Figuren nämlich durchaus interessant, es wird nur einfach zu wenig aus ihnen gemacht. Deutlich am besten kommt Beverly dabei weg, sie ist sicherlich die stärkste Figur – schade, dass ausgerechnet sie im letzten Akt ein wenig demontiert wird, das war eigentlich unnötig. Auch Bill ist noch überzeugend gezeichnet. Ansonsten wird eher durch das Zusammenspiel der Kinder gepunktet, und da ist es ausgesprochen hilfreich, solch gute Kinderdarsteller gefunden zu haben. Dieser Aspekt fühlt sich sehr echt, sehr lebendig an.

Die Probleme des Films werden aber dennoch schnell deutlich. Das erste ist das unausgewogene Tempo der Erzählung. Der erste Akt wird viel zu schnell runtererzählt. Kind, Begegnung mit Pennywise, Kind, Begegnung mit Pennywise – wie eine Strichliste, die viel zu schnell abgehakt wird. Dahingegen ist das Finale und einige Abschnitte in der Mitte viel zu lang, teilweise fast schon zäh. Dabei sind die einzelnen Begegnungen teilweise durchaus interessant und gut gemacht – insbesondere Bens Erlebnis in der Bibliothek ist wirklich stark. Auch der Abtritt von einem der Bullies ist ziemlich gelungen, Bowers andere Weggefährten spielen dafür keine nennenswerte Rolle. Ein anderes gutes Beispiel ist Bowers selbst, der gut – wenn auch zu wenig – aufgebaut wird und dann mehr oder minder vergessen.

Allerdings sind neben wirklich sehr starken Szenen auch einige sehr schwache enthalten. Das wird vor allem immer dann deutlich, wenn auch noch ein fehlender Bezug dazukommt. Bens Entkommen von Bowers und auch die anschließende Szene in der Apotheke, einschließlich Beverlys Hilfe, sind richtig gut und rund, die kurze Szene im Anschluss macht die Nummer aber wieder kaputt. Die apokalyptische Steinschlacht ist ein schlechter Witz, Beverlys Erlebnis im Bad ist großartig inszeniert. Hier gibt es somit reichlich Ungereimtheiten, bei denen wirklich gute Szenen durch wirklich schwache Szenen wieder runtergezogen werden. Das zieht sich auch durchgängig durch den Film, einschließlich des Finales.

Dieses Problem scheint mir auch durch eine unausgewogene Inszenierung und einem unausgewogenen Schnitt passiert zu sein. Anders sind die qualitativen Unterschiede und das Tempoproblem nicht zu erklären. Das drückt sich auch hin und wieder in der Atmosphäre des Films aus, die ebenfalls nicht durchgängig gehalten werden kann. Auch eher negativ aufgefallen ist die musikalische Untermalung, die oft nicht passt, zu penetrant ist oder die falsche Stimmung verbreitet. Sehr unausgewogen leider und es unterstreicht einfach, was an Potenzial in diesem Film ansonsten drinsteckt, das aber einfach nicht genutzt wurde.

An Pennywise habe ich zum Beispiel gar nichts auszusetzen, nicht mal an seiner komischen Art, sich zu bewegen. Ganz im Gegenteil, ich finde es sehr bergüßenswert, dass man sich hier sehr weit von Tim Currys zweifelsohne geniale Performance aus den TV-Filmen wegbewegt hat. Gerade hier funktionieren die subtileren Elemente ganz hervorragend – das Schielen, der sichtbare Hunger von ES, das Verrücktsein, das Spielen mit dem Essen, Georgie als Handpuppe … Da gibt es erstaunlich wenig Angriffsfläche. Bill Skarsgard macht da seine Sache außerordentlich gut.

Handwerklich haben wir somit eine wackelige Inszenierung, einen nicht immer sauberen Schnitt (insbesondere bei den Szenenüberblenden) und die unterdurchschnittliche Musikuntermalung. Die übrigen Sounds sind hingegen mehr als ordentlich. Schauspielerisch ist – wie erwähnt – ebenfalls nichts auszusetzen. Die Kameraarbeit ist ebenfalls ohne Ausfälle und sehr solide. Die CGI ist zum Glück eher dezent verwendet und meist sehr ordentlich.

Bemerkenswert gut gelöst wurde die dargestellte Gewalt. Immerhin sterben hier ja fast nur Kinder, wenn auch nicht viele. Das wird auch nicht beschönigt. Gore gibt es, aber kein Splatter. Die Gewaltspitzen verteilen sich zudem über die Laufzeit. Hier ordnet sich der Film zwischen die TV-Miniserie (die recht harmlos war) und das Buch (das teilweise sehr explizit ist) ein.

Insgesamt weiß ich nicht so recht, was ich vom neuen ES wirklich halten soll. Trotz der ganzen kritischen Punkte ist es kein wirklich schlechter Film geworden. Die größte Enttäuschung ist sicherlich, dass hier so sichtbar das vorhandene Potenzial nicht ausgeschöpft wurde. Es gibt ja Abschnitte, die wirklich gelungen sind, insgesamt krankt der Film aber an Unausgewogenheit in Sachen Inszenierung, Tempo und Atmosphäre. Manchmal scheint man auch nicht so recht zu wissen, was der Film neben ein Horrorfilm noch sein müsste. Der Film ist meines Erachtens deutlich overhyped – kein schlechter, aber auch nicht wirklich ein guter Film.

Wochenrückblick 45/17

So, dicke im November angekommen, dass NaNo-Fieber vieler Kolleginnen und Kollegen hat sich bei mir bisher nicht so richtig eingestellt – aber ich mach da ja auch nicht mit. 😉 Geschrieben wurde also nur herzlich wenig, zumindest so wenig, dass ich nicht weiter drüber schreiben möchte – in Sachen Überarbeitungen, anstehende Veröffentlichungen und bei anderer Textarbeit ist mehr passiert. Und mit weiteren Dingen ging es auch weiter.

Zum Beispiel mal endlich Limit von Frank Schätzing beendet. Hat mir gut gefallen, wenn auch ein paar Stellen zu überkonstruiert waren und auch nicht jede Entscheidung der Figuren wirklich immer nachvollziehbar waren. Macht aber insgesamt nichts, war ein interessantes Buch, hat mich auch nicht gestört, dass viel Infodump eingestreut wird.

Ein weiteren Roman direkt angeschlossen und auch schon fast durch: Mr. Mercedes von Stephen King. Damit sogar der zweite Roman in diesem Jahr von King. Diesmal geht es ganz in den Thrillerbereich ohne übernatürlichen Kram und King zeigt, dass er wesentlich mehr als reiner Horrorautor ist (dafür gibt es noch mehr Beispiele freilich). Und endlich mal wieder ein richtig guter Thriller, der mir auch in jeder Beziehung gut gefällt. Interessante Figuren, solider Plot, die Spannung wird aufrecht erhalten … Zu erwähnen: Wer der Täter ist, erfährt der Leser früh. Es geht also für den pensionierten Cop darum, den Typen ausfindig zu machen (er kennt den Namen natürlich nicht).

Brettspiele gab es auch dank eines Brettspiel-Tags mal wieder reichlich. Noch nicht drüber gesprochen hab ich, glaube ich, zum Beispiel über Battlestar Galactica. Jepp, dazu gibt es auch ein Brettspiel und sogar ein richtig gutes. Menschen gegen Zylonen funktioniert auch auf dem Tisch. Es ist vielleicht nicht hundertprozentig ausbalanciert in dem Sinne, dass es durchaus in eine extreme Situation münden kann, in der eine Seite fast sicher gewinnt. Aber da ich in dem Fall auf der Verliererseite war, mag man diesen Einwand vielleicht besser nicht ganz so ernst nehmen. 😀 Ist auf jeden Fall ein schönes Beispiel für ein Brettspiel zur Serie, das gut funktioniert. Das gibt es ja auch zu Game of Thrones (ist vielleicht sogar noch besser) und mit ein paar Abstrichen ist auch ein solides Walking-Dead-Spiel zu bekommen.

Die meisten anderen Spiele vom Spieletag habe ich vermutlich schon mal erwähnt, bei Marco Polo bin ich mir da nicht ganz sicher (ich glaube, bislang nicht). Ich würde fast sagen, dass Marco Polo eines der besten Spiele ist, die auf eine Mischung aus Strategie und Glück setzen – wobei der Strategiepart der deutlich größere ist. Man reist mit einen Charakter durch verschiedene Städte (wenn man will und kann), kann pro Zug aus mehreren Aktionen auswählen, die über vorher erwürfelte Würfelzahlen ausgelöst werden. Komplex, ohne verwirrend zu sein, jedes Spiel ist wieder anders und immer wieder muss die eigene Strategie durch die Aktionen der anderen Spieler angepasst werden. Wirklich gut gelungenes Spiel.

Aber nun genug von Brettspielen. Per Zufall eine skandinavische Thrillerkomödie gesehen: Einer nach dem anderen. Ein Vater auf Rachefeldzug nach dem Mord an seinem Sohn. Ist teilweise mit sehr düsterem Humor gewürzt und ist immer wieder überraschend brutal – ein kleiner norwegischer Ort wird mit Leichen gepflastert. Die Hauptfigur wird irgendwann beinahe schon aus dem Film genommen, um nur weiter zum Ende hin wieder wichtig zu werden. Das ist sicherlich die größte Schwäche des Films, ansonsten ist er – wenn man fiese Komödien mag, die auch mal staubtrocken daherkommen – durchaus sehenswert.

Aus der Kategorie nachgeholt: Hitman – Agent 47. Das ist ja bereits die zweite Verfilmung der Hitman-Spiele. Die erste hat zwar ihre Schwächen, war aber durchaus unterhaltsam meiner Meinung nach. Das ist diese zweite Verfilmung nicht. Zwar funktioniert diese gänzlich anders als die erste, aber in allen Punkten schlechter. Miese CGI-Action-Einlagen, dämlicher Plot mit dämlichen Figuren, immerhin wird es noch irgendwie zusammengehalten. Nicht ganz schwach, aber gerade in den Actionsequenzen für einen Actionfilm erschreckend schlecht.

Navy CIS hat sich mal was frischeres wieder überlegt und kommt tatsächlich mal wieder mit einer etwas anderen Geschichte um die Ecke. Ein Planspiel, das schiefgeht, und ein möglicher Terroranschlag – soweit, so typisch NCIS, aber es gibt auch was drumherum.

Criminal Minds wieder mit einem eher schwachen Beitrag. Es ist schon ein bisschen traurig, dass man irgendwie nichts mehr mit dieser Serie anzufangen weiß. Es sind auch zu viele Figuren ersetzt wurden, denke ich, gleichzeitig traut man sich nicht, damit irgendwie mehr anzufangen.

Nun doch mal endlich Death Note zu Ende gesehen, so die letzten zehn Folgen oder so hatten mir noch gefehlt. Dieser Part ist sicherlich auch der schwächere im Vergleich zu den Geschehnissen zuvor. Ist insgesamt durchaus noch interessant gemacht, der große Bruch hätte nicht sein müssen, finde ich, aber nun gut. Die letzten beiden Folgen sind dann das typische Endspiel, in dem nach und nach immer mehr Figuren beseitigt werden. Immerhin konsequent. Mit dem dicken Logikproblem kann es der Anime bei mir persönlich nicht ganz nach oben schaffen, aber dennoch sicherlich für viele einen Blick wert.

Das war es dann mal wieder.

Wochenrückblick 44/17

Eine arbeitsreiche Woche hinter mich gebracht, daher auch ein bisschen Verspätung mit diesem Rückblick. Schreiberisch ging es nur insofern weiter, als das ich ein paar ältere Sachen vorgekramt habe. Schlachtplan diesbezüglich steht, die Umsetzung geht aber erst langsam los. Dabei ist der November ein so schöner Monat, damit loszulegen (ein Gruß an die NaNo-Schreiber an dieser Stelle).

Immerhin bin ich mit Limit von Frank Schätzing so gut wie durch. Das große Finale fehlt noch, aber für ein kleines Fazit reicht es. Der Roman ist ja ein richtiger Brocken und er ist vielleicht auch zu lang. Er enthält viel Infodump, was mich persönlich dann nicht stört, wenn es gut genug eingepflegt wird – das ist hier größtenteils sogar der Fall. Schwerwiegender ist das der überkonstruierte Plot, der vor allem ab dem letzten Drittel die Geschichte künstlich verlängert. Schätzing hat hier eine durchaus tolle Story bei der Hand und auch interessante Figuren (zum guten Teil zumindest) drin, aber er will scheinbar nicht so richtig zu einem Ende kommen. So kann er das auch nur, indem er rigoros einige der Charaktere um die Ecke bringt – da bin ich gerade, der Blutzoll steigt und steigt. Dennoch, auch das lässt sich sagen, man kann Limit durchaus mal lesen. Ein sehr ordentlicher SF-Thriller.

Im Kino dann doch noch gesehen: Es. Wenn ich den Film in einem Wort beschreiben müsste, würde ich womöglich „overhyped“ benutzen. Ich bin ein bisschen erstaunt, dass er so gut ankommt. Kein schlechter Film, tatsächlich gibt es ein paar wirklich starke Szenen, auch ein Großteil der Dialoge sind gut, die Darsteller retten zudem auch sehr viel. Aber der Film ist alles andere als rund und hat einige Schwächen im Gepäck – vor allem Atmosphäre, Story und Erzähltempo leiden immer wieder.

Aus der Kategorie nachgeholt: Trance – Gefährliche Erinnerung. Ein auf den ersten Blick interessantes Verwirrspiel um einen Kunstraub, bei dem sich der Insider nicht mehr daran erinnert, wo er das Bild gelassen hat. Die anderen Gangster sind davon nicht besonders angetan und schließlich kommt noch eine Hypnotherapeutin ins Spiel. Nicht unspannend, aber der Film verliert sich am Ende in zu vielen bemühten Wendungen. Die gute Besetzung u. a. mit James McAvoy, Rosario Dawson und Vincent Cassel hat auch was für sich, die Handschrift von Regisseur Danny Boyle wurde mir gar nicht mal so deutlich.

Navy CIS mit einer ganz ordentlichen Folge. Die Serie macht es sich aber einfach ein bisschen zu gemütlich. Auch wenn es bereits mit dieser Staffel einige Änderungen gab, sollte hier mal wieder ein bisschen mehr passieren.

Criminal Minds hat mittlerweile einen gewissen Tiefpunkt erreicht. Wenn das so weitergeht, streich ich sie wohl aus meinen Sehgewohnheiten. Dabei gucke ich die Serie ohnehin nur nebenher.

Ganz anders Major Crimes, weiterhin eine meiner liebsten Crime-Serien zur Zeit. Eine gewisse Abnutzung zeigt sich auch hier, aber immerhin kann man es durchaus kompensieren mit interessanten Fällen und dem guten Cast.

Auf in einen spannenden November.

Wochenrückblick 43/17

Die letzte volle Oktoberwoche war nicht nur wettertechnisch zwischendurch ein wenig ungemütlich. Vom Brocken Limit ein wenig weiter runtergelesen immerhin und auch ein wenig in schreiberischer Sicht passiert. Ein paar SF-Storys wurden weitergebracht, beide Ideen sind war einiger Zeit mal ausgeheckt und sie gefallen mir weiterhin. Mal schauen, ob endlich mal wieder was fertig wird. Der November bietet sich ja eigentlich dafür an.

Immerhin ging es auch mal wieder ins Kino: Blade Runner 2049. Lang, ruhig erzählt, sehr visuell, durchaus intelligent, dialogarm, mit interessanten Ideen gespickt. Habe ich bereits hier rezensiert. Kurz: Eines meiner Filmhighlights in diesem Jahr.

Bei den Serien ging es nur mit ein paar bekannten Nebenbeisachen weiter. Navy CIS wieder mit einer ordentlichen Folge, Criminal Minds dafür mit einer eher gewöhnlichen, wenn auch etwas überzogen. Stark einmal mehr die beiden Folgen von Major Crimes.

Diesmal ganz kurz gehalten.

Hier wird nicht gerannt!

Eine Rezension zu Blade Runner 2049

Blade Runner gilt als einer der Kult-SF-Filme und wesentlicher Wegbereiter für das Cyberpunk- und SF-Neo-Noir-Genre. Ich fand den Film – zumindest in einem der Nicht-Kino-Fassungen – durchaus interessant, aber auch von vielen überbewertet. So war ich zuerst auch nur mäßig von der Idee angetan, nach so vielen Jahren eine Fortsetzung zu bringen. Denis Villeneuve auf dem Regiestuhl ist aber ein echtes Argument dafür – der konnte bislang mit seinen Filmen überzeugen (mich zumindest). Der Regisseur war also ein besserer Grund als der ursprüngliche Film …

30 Jahre nach den Ereignissen aus Blade Runner: Nach einem globalen Blackout hat sich die Gesellschaft wieder aufgebaut und die Rolle von Replikanten neu definiert. Eine neue Art von Replikanten hat sich durch einen neuen Konzern etabliert. Die Replikanten der alten Baureihen sollen „in den Ruhestand“ geschickt werden, dafür sind Blade Runner wie K zuständig. Der findet bei seinem jüngsten Einsatz eine seltsame Kiste mit Knochen, die zu einer Kette an Informationen und alten Begebenheiten führt.

Im Grunde ist es wirklich erstaunlich, dass so viel Geld für eine Fortsetzung wie Blade Runner 2049 locker gemacht wurde. Dass dieser Film nicht unbedingt mainstreamtauglich sein würde oder für mehr als eine relativ eng definierte Zielgruppe interessant, dürfte eigentlich sehr schnell klar geworden sein. Wie es auch immer passiert ist, man muss allein dafür dankbar sein, dass mit diesem Film mal ein teurer Film der anderen Art in den Kinos auftaucht.

Im Vergleich zu vielen modernen Blockbustern macht Blade Runner 2049 viele Dinge anders – und intelligenter. Da ist zunächst das Erzähltempo, das dafür sorgt, dass sich die Geschichte fast schon gemütlich entfaltet. Der Film ist langsam, setzt zu einem sehr großen Teil auf visuelles Storytelling mit viel eingepflegter Symbolik und World Building. Langsam bedeutet aber nicht langweilig. Zwar ist der klassische Krimipart weitgehend typisch, aber dennoch nicht uninteressant. Das Setting, in dem das alles stattfindet, und die Ideen drumherum machen aber den eigentlichen Film aus. Dazu zählt auch, dass dieser Film die Zukunft des ersten Blade Runner weiterdenkt und nicht auf die reale Gegenwart aufbaut – nur so kann das funktionieren. Das führt aber auch zu so einer Art Alternate Future analog einer Alternate History, die von heute aus nicht mehr eintreten kann. Damit werden sich einige Zuschauer sicher schwer tun.

So überrascht es dann auch nicht, dass alle Figuren ganz bestimmte Aufgaben erfüllen und darüber hinaus – abgesehen von K – keine wirklichen Entwicklungen durchlaufen. Und auch bei K geht es mehr um seine Stellvertreterfunktion zwischen Mensch und Maschine und der Frage nach der (individuellen) Realität. Zwar wird die Geschichte anhand von K durcherzählt, aber bei Blade Runner 2049 geht es weniger um die einzelnen Figuren, sondern mehr um ein ganzes Konstrukt – gerade wer charakterbezogene Geschichten schätzt, wird hier vielleicht etwas irritiert sein. So kommt der Film konsequenterweise auch mit recht wenig Dialogen aus.

Nicht nur schafft Villeneuve eine großartige Inszenierung, sondern die handwerklichen Komponenten sind allgemein auf ausgesprochen hohem Niveau. Die Kameraarbeit ist wundervoll, die Effekte herausragend. Generell sind die Produktionswerte dank des Budget ausgesprochen hoch. Einzig über die Musik kann man schnell verschiedener Meinung sein – hier hat das Original definitiv die Nase vorn. Auch in Sachen Schauspiel gibt es nichts auszusetzen. Ryan Gosling in seiner dialogarmen Art passt wie die Faust aufs Auge und der Cast hält ein paar interessante Auftritte bereit – kein Ausfall hier.

Insgesamt ist Blade Runner 2049 auf der Grenze zwischen Genie und Langweiler, wobei er für mich eher in die erste Kategorie fällt. Ich finde den Film gar ein gutes Stück besser als Scotts Original. Ein großartiger Film, langsam erzählt mit vielen Schauwerten, einer ordentliche Gesamtstory und vielen Elementen, die den Zuschauer nicht für dumm verkaufen. Auf der anderen Seite ist dieser Film mit Sicherheit nicht für jeden geeignet – er enthält zu wenig Action für Actionfreunde, der Krimipart ist zu einfach für Krimifreunde, die SF-philosophische Part ist subtil-clever, aber eher unpopulär, dazu ist die Laufzeit mit über zweieinhalb Stunden was für die Geduldigeren. Für mich ist es ein Highlight in diesem Jahr, aber ich kann auch schnell verstehen, wenn es für andere eher in die Langeweile-Kategorie fällt. In dem Sinne keine klare Empfehlung, sondern der Verweis, sich im Vorfeld genau zu überlegen, ob diese Art von Film einen schmecken könnte oder nicht.

Wochenrückblick 42/17

Eine etwas ungemütliche Woche bis zum Wochenende hin – ab dann ging es dann gut zu Ende. 😀 Schreiberisch bedeutet das ein paar Kleinigkeiten und lesetechnisch reichte es noch immer nicht ganz für den Ziegelstein Limit.

In die ein oder andere eigene Kurzgeschichte habe ich mal reingeschaut – immerhin. Ein kleiner Schnipsel aus einer (der gleichen wie beim letzten Mal):

„Von all den … Patienten hier …“, der Dok nickte kurz zur augenlosen Leiche auf dem Stuhl, „… die mich zu sowas zwingen, schlimmere Dinge wollen, all den anderen Wahnsinn in dieser Stadt, dieser Dunkelheit, zwischen all dem Blut, das fließt und fließt und fließt, unaufhörlich, uns überschwemmt, von all diesen Dingen, die uns schon so lange versprechen, endlich vernichtet zu werden, von all dem …“, er leckte sich kurz über die Lippen. „Das Einzige, wirklich Einzige, vor dem ich echte Angst habe, bist du.“

Meine Güte, manchmal kann ich den Dok wirklich gut verstehen. 😉

Bis zum Monatsende und vor allem dann in den weiteren Wochen danach wird das aber besser vorangehen, das ist fest eingeplant. Diesmal lasse ich mich auch nicht mehr so leicht davon abbringen und auch zeitlich gibt es ein bisschen mehr Spielraum. So.

Im Bestreben, mehr Anime kennenzulernen: Triage X. Ohhhh mmmmyyyyyy. Das mit dem Auf-gut-Glück sollte ich eher lassen. Wirkt wie die Anime-Entsprechung semi-professioneller B-Action-Movies mit nackten Brüsten – davon gibt es ja tonnenweise Direct-to-(Medium der Zeit einsetzen)-Sachen als Realfilme, vorzugsweise aus den USA. Bei Triage X ist fadenscheinig begründete Selbstjustiz auf jeden Fall Kernstory, pro Doppelfolge gibt es für einen Charakter einen kleinen Konflikt neben den eigentlichen Auftrag und bei jeder passenden und vor allem unpassenden Gelegenheit gibt es die pubertären Fantasien der Zeichner zu bestaunen (ohne pornografisch zu werden allerdings). Erstaunlich: auch gezeichnete Figuren können schlechte Schauspielleistungen vollbringen. 😀 In den letzten beiden Folgen fliegt dann auch noch die Grundstory auseinander und es bleibt langweiliger Quatsch übrig.

Navy CIS diesmal mit einer spannenderen Folge – wenngleich auch hier Fans der Serie mehr von den vielen Anspielungen aus vergangenen Folgen und Staffeln haben als Zufallsgucker. Spürbar auch hier das gemächlichere Tempo, das die Serie mittlerweile eingeschlagen hat, aber zu dieser Episode sehr gut passt. Überhaupt wirkte das Drehbuch zu dieser Folge nicht wie bereits mal abgelehnt.

Major Crimes ist wieder da, zwei weitere Folgen, die sehr ordentlich waren, wenn auch nicht ganz auf dem höchsten Niveau. Das ist aber immer noch deutlich besser als der Großteil der Crime-Serien, die sonst so laufen.

Criminal Minds mit einer weitgehend unbedeutenden Folge. Das Skript wirkt wie aus dem Mülleimer gefischt und hätte dort auch bleiben sollen. In Autos reinhacken und sie fernsteuern? Und das über eine Dashcam oder ein Smartphone? Da weiß jemand nicht, was Hacken ist und was man ansteuern kann und was nicht. Schlicht und einfach dämlicher Unsinn.

Das war’s. Ein anderes Mal wieder mehr.

Golden im Kreis

Eine Rezension zu Kingsman: The Golden Circle

Der erste Kingsman war seinerzeit eine echte positive Überraschung. Politisch nicht immer besonders korrekt, hoch unterhaltsam und vielleicht der beste Bond ohne Bond zu sein oder sein zu wollen. Als die Fortsetzung angekündigt wurde, war ich direkt gespannt. Der Überraschungseffekt würde weg sein, aber dennoch durfte man durchaus einen wieder sehr unterhaltsamen Film erwarten, der sich um vielerlei Dinge einfach nicht schert. Das ist er nur bedingt geworden.

Wenige Jahre nach dem ersten Film ist Eggsy ein respektierter Kingsman. Plötzlich wird er von einem alten Bekannten angegriffen und muss die Flucht ergreifen. Er entkommt, kurz danach werden jedoch alle Stützpunkte der Kingsman zerstört – nur Eggsy und Merlin überleben. Während die Kingsman nach einer Lösung suchen, stellt sich Drogenbaronin Poppy als Verantwortliche heraus, die nun den US-Präsidenten erpresst, um sämtliche Drogen zu legalisieren. Die Kingsman stolpern über die Statesman – zusammen müssen sie Poppy stoppen und ein alter Bekannter kommt auch wieder ins Spiel.

Die Story in Kingsman: The Golden Circle ist dem des ersten Teils relativ ähnlich. Das ist an sich auch nicht weiter schlimm, problematisch sind eher einzelne Ausgestaltungen innerhalb der Story. Eggsy und die schwedische Prinzessin sind beispielsweise ein Paar, was einen ziemlich unnötigen Subplot mit den Schwiegereltern aufmacht und natürlich spielen Beziehungsgeschichten eine Rolle. Auch auf Bösewichtseiten gibt es solche Abschweifungen, die den Film einfach aufblähen – stolze 140 Minuten Laufzeit sind für einen solch einfachen Grundplot einfach zu viel.

Das Überfrachtete wird an der ein oder anderen Stelle auch bei den Figuren erkennbar. Das wird beispielsweise bei den Statesman deutlich, wo eine der Figuren nach kurzer Zeit in die Bewusstlosigkeit verschwindet, um ganz am Ende wieder wach zu werden. Natürlich gibt es auch den obligatorischen Verräter, der meilenweit absehbar ist – gerade hier werden auch die Logiklöcher sehr präsent. Der erste Film punktet auch nicht unbedingt mit Logik, der zweite kann über die Lücken aber nicht immer hinwegtäuschen.

Das Problem dürfte beim Skript liegen, das einfach zu sehr in der Qualität schwankt. Es gibt ganz hervorragende und unterhaltsame Szenen, auch einige, die ziemlich grenzwertig sind – was in nicht überdosierter Form aber durchaus zu Kingsman gehört – und andere, die weitgehend nicht funktionieren. So hat man den rüden Humor ebenso wie die Albernheiten deutlich raufgeschraubt, was dem Film nicht immer gut tut. Auch die Selbstverständlichkeit, mit der Leute um die Ecke gebracht werden, ist noch mal beliebiger geworden. Eine typische Guilty Pleasure Situation könnte man sagen – der zweite Film hat reichlich unterhaltsame Momente, aber auch einige schwache oder langatmige.

Zudem ist aus The Golden Circle so eine Art Ensemble-Film ohne Ensemble-Szenen geworden. Es gibt ein paar Figuren mehr, vor allem dank der Statesman, und die meisten haben nicht wahnsinnig viel zu tun. Auch die Motivationen – beispielsweise von Bösewicht Poppy oder auch des Verräters – sind nicht wirklich gut herausgearbeitet. Hier zeigt sich immer wieder Potenzial, viel zu oft wird es aber verschenkt.

Schauspielerisch gibt es dabei nicht viel zu meckern. Taron Egerton als Eggsy macht seine Sache sehr ordentlich und auch Mark Strong als Merlin weiß zu gefallen. Julianne Moore gibt die Bösewichtin Poppy auch sehr passabel. Colin Firth ist ebenfalls als Harry wieder dabei – die Erklärung seiner Rückkehr ist ziemlich dämlich – und leider darf er hier nicht mehr so aufspielen. Pedro Pascal ist der einzige Statesman mit einer größeren Rolle, die er auch gut verkörpert. Channing Tatum, Jeff Bridges und Halle Barry bleiben letztlich wenig Szenen, in denen sie agieren dürfen. Zu übertrieben sicherlich der breite Cameo eines gewissen Musikers.

Handwerklich weiß der Film wieder weitgehend zu überzeugen. In den Actionsequenzen wurde natürlich eins drauf gesetzt, was nicht wirklich immer nötig gewesen wäre, aber die sind größtenteils sehr hübsch gemacht und natürlich übertrieben – die Einstiegsszene macht bereits deutlich, in welche Richtung das Ganze geht. Aber auch der erste Teil hielt sich da nicht zurück. Allerdings hat man in der ein oder anderen Szene auch ein wenig verschenkt, beispielsweise die Barszene und der Einsatz des Lassos des einen Statesman hätte man vielleicht noch was rausholen können. Eine Szene wie die in der Kirche im ersten Teil fehlt hier – ob das zum Guten oder Schlechten ist, sei mal dahingestellt.

Die Actionsequzenzen wie auch der ganze restliche Film sind aber sehr ordentlich ins Bild gesetzt, Kameraarbeit und Schnitt sind überdurchschnittlich, die Inszenierung insgesamt durchaus gelungen. An der ein oder anderen Stelle wird vielleicht doch ein bisschen zu viel CGI eingesetzt, aber das ist Geschmackssache. Die Musikuntermalung war nicht besonders erinnerungswürdig, auch wenn Mark Strong mal singen durfte.

Es bleibt eine Fortsetzung, die in vielen Punkten hinter dem ersten Teil zurücksteht. Der Überraschungseffekt des ersten Teils konnte erwartungsgemäß nicht wiederholt werden, schwerwiegender ist aber auch eher das Drehen an den falschen Schrauben. Das Drehbuch hat einige Schwächen bezüglich den Figuren und der Logik, die hier stärker auftreten als im Film zuvor. Einige Albernheiten sind ebenfalls zu viel und es ließe sich auch argumentieren, dass insgesamt alles ein wenig überfrachtet wirkt. Auf der anderen Seite bietet Kingsman: The Golden Circle durchaus einige Schauwerte und unterhaltsame Momente. Kein wirklich guter Film, aber ein durchaus ansehbarer. Wer mit dem ersten Teil nichts anfangen konnte, der wird hier allerdings auch nichts dran finden.

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